Eine Rose für die Liebste

Eine Rose für die Liebste

Erzählung nicht nur zum Valentinstag

Titel + Illustration Verschmitzter älterer Herr mit Rose im ReversGenügt eine Rose, um Freude zu schenken?

Was sagt ein Geschenk über Liebe aus?
In dieser Erzählung entscheidet sich ein Mann bewusst gegen große Gesten und für eine einzige Rose. Doch Zweifel, Erwartungen und fremde Meinungen bringen ihn ins Wanken.
Eine nachdenkliche Geschichte über Liebe, Mut und die Frage, ob nicht gerade das Kleine manchmal das Größte ist.
Mit Kurzfassung in einfacher Sprache und Fragerunde.

 

 

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Eine Rose für die Liebste

Einmal hatte ein Mann eine Rose gekauft. Keinen Rosenstrauß. Nein. Eine einzelne rote Rose nur für die Frau, die er liebte. Natürlich hätte er sich auch einen prächtigen Rosenstrauß leisten können, denn er war kein armer Mann. Er war auch kein geiziger Mann. Nur zu gerne hätte er die Frau, in die er sich verliebt hatte, mit einem Blumenmeer und allem, was ein Herz begehrt, verwöhnt. Aber er wollte nicht verwöhnen, er wollte lieben. Die echte, wahre Liebe wollte er finden, und die, das hatte er gelernt, konnte man mit keinem Geld der Welt kaufen. Damit machte man es sich zu leicht. Liebe, so dachte der Mann, konnte man nur zeigen und beweisen und leben.
„Ich lebe meine Liebe“, sagte er zu seinem Freund, den er am Abend im Bistro traf. „Und diese Rose wird mir den Weg weisen.“
Das konnte sein Freund nicht verstehen. „Willst du die Frau deiner Träume mit einer einzigen Rose für dich gewinnen?“, fragte er.
Der Mann nickte. „Dieses Mal möchte ich es richtig machen.“
„Bestimmt hält sie dich für einen eigenartigen, geizigen Kerl. Einen Spinner, der das Leben nicht kennt.“
„Sehe ich so aus?“, fragte der Mann zurück.
„Das Bild eines Mannes, der die Frauen versteht, strahlst du nicht aus. Eine Rose nur zeigt dein Zögern, dein Zweifeln an deiner Liebe zu ihr. Sie wird dich nicht verstehen.“
„Dann ist sie die Falsche.“
„Du willst sie also testen.“ Der Freund nickte verstehend. „Wenn du es so siehst.“ Er schielte zu der Rose, die auf dem Tresen lag. „So betrachtet ist das eine gute Sache. Ich würde sagen, du machst es richtig, mein Lieber.“
„Meinst du wirklich?“ Der Mann sah seinen Freund nun misstrauisch an. Zweifel bemalten sein Gesicht mit tiefen Falten. Er zögerte. „Also, ich bin mir nun nicht mehr so sicher. Vielleicht sollte ich ihr doch einen Blumenstrauß kaufen. Oder ein Schmuckstück? Oder …?“
Er stand auf, griff nach seinem Mantel und verließ mit einem eiligen „Bis morgen und Adieu“ das Bistro.
„Na, endlich!“, brummte der Freund. „Ich dachte schon, es würde mir nie gelingen, ihm diese Rose abzuschwatzen. Nun ist es aber höchste Zeit. Ich muss mich beeilen.“
Er lächelte, nahm die Rose und steckte sie ins Knopfloch seines Jackets. Dann ging er gut gelaunt mit weit ausholenden Schritten seines Weges. Er hatte da nämlich auf einmal so eine Idee, wem er an diesem Abend noch eine kleine Freude machen konnte.

© Elke Bräunling

Illustration Verschmitzter älterer Herr mit Rose im Revers

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Eine Rose für die Liebste

Kurze Fassung in einfacher Sprache

Ein Mann kauft eine einzelne rote Rose für die Frau, die er liebt.
Er könnte sich auch einen großen Blumenstrauß leisten.
Das aber behagt ihm nicht.
Er will nicht beeindrucken.
Echte Liebe will er zeigen.
Für ihn zählt nicht der Wert des Geschenks, sondern die Haltung dahinter.
Sein Freund versteht das nicht und hält ihn für unsicher.
Der Mann beginnt zu zweifeln, verlässt das Bistro hastig – und lässt die Rose zurück.
Der Freund nutzt die Gelegenheit:
Er nimmt die Rose, und steckt sie sich ins Knopfloch.
Er möchte nun damit selbst jemandem eine Freude machen.
Die Geschichte zeigt, dass Liebe nicht geplant oder berechnet werden kann und dass manchmal gerade das Kleine den größten Wert hat.

© Elke Bräunling

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Fragerunde zum Gespräch oder Vorlesen

1 Warum entscheidet sich der Mann für nur eine einzige Rose?
2 Was bedeutet Liebe für ihn – und was bedeutet sie für seinen Freund?
3 Warum beginnt der Mann plötzlich zu zweifeln?
4 Findest du es mutig oder unsicher, nur eine Rose zu schenken?
5 Was sagt die Geschichte über den Wert von Geschenken aus?
6 Kann eine kleine Geste mehr bedeuten als ein großes Geschenk?
7 Warum nimmt der Freund am Ende die Rose an sich?
8 Wem würdest du eine Rose schenken – und warum?

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