Wenn der Frühling müde macht

Wenn der Frühling müde macht

Fröhliche Frühlingsgeschichte – Frühjahrsmüdigkeit


titel + Illustration Drei ältere Männer sitzen am Kneipentisch, halten Schorlegläser in die Höhe und prosten einander zu. Sie lachen fröhlichMacht der Frühling krank – oder einfach nur müde?
Eine fröhliche und zugleich nachdenkliche Frühlingsgeschichte über Frühjahrsmüdigkeit, Gewohnheiten und das Leben im Alter.
Mit Tipps, Bewegungsimpulsen und Fantasiereise für neue Kraft im Frühling zum Vorlesen, Nachdenken und Schmunzeln für alle, die sich im Frühling manchmal müde fühlen und neue Kraft suchen. Diese Geschichte verbindet Humor und Alltag mit hilfreichen Impulsen, um Frühjahrsmüdigkeit besser zu verstehen und sanft zu überwinden.
Mit Kurzfassungen in einfacher Sprache, Fragerunde, Bewegungsimpulse und Fantasiereise.

Inhalt

 

 

Geschichte: Wenn der Frühling müde macht

Zwei Mal in der Woche trifft sich Wilhelm im Gasthaus zur alten Post mit seinen Stammtischfreunden. Manchmal auch öfter, besonders dann, wenn es Neuigkeiten gibt im Städtchen oder in der großen Politik. Man trinkt ein Bierchen oder einen Schorle und fachsimpelt, bis die Köpfe rauchen.
„Einen Stammtisch braucht der Mensch“, sagt Wilhelm oft. „Und Stammtischfreunde.“
Dann hebt er sein Glas und sagt: „Prost!“
Seine Freunde pflegen dann aufzustehen, ihre Gläser zu erheben und im Chor laut „Prost! Prosit! Prost!“ zu sagen.
Dann lachen alle, und das tut so richtig gut. Sie sind auch immer guten Mutes und sehr fröhlich. Das Leben ist aber auch schön, wenn man sich so zwanglos treffen kann. Eine Gunst des Alters und des Daseins als Rentner.
Seit einer Woche aber ist die Stimmung gedämpft. Zum Gläser erheben hat keiner der Freunde so recht Lust. Vor ihnen stehen auch keine Gläser, sondern Tassen mit Tee.
Wilhelm wundert sich, als er heute das Wirtshaus betritt.
Nur zwei Freunde sitzen am Stammtisch und rühren lustlos in ihren Tassen.
Tee! Schon wieder.
„Was ist los mit euch?“, brummt er und deutet auf den Tee. „Seid ihr krank? Und wo sind die anderen?“
„Müde!“, antwortet Hans. „Ich bin müde, und schlapp fühle ich mich auch. Seit Tagen geht das schon so.“
„Ebenso“, knurrt Ferdinand. „Ich könnte nur noch schlafen. Du glaubst nicht, wie schwer meine Beine sind.“
Wilhelm hält die Hand erst auf Ferdinands, dann auf Hans’ Stirn.
„Fieber habt ihr keines.“ Er schüttelt verwundert den Kopf. „Jetzt scheint endlich die Sonne und der Frühling ist da“, sagt er. „Und ihr macht schlapp?“
Und als die Freunde nicht antworten, fügt er hinzu: „Ihr seid frühjahrsmüde, nichts weiter. Das ist keine Krankheit. Man muss sich zusammenreißen und aktiv sein.“
Er hält Ferdinands Teetasse hoch und ruft laut: „Prosit!“
Dann bestellt er drei Weinschorle.
Für den Nachmittag verabreden sie sich dann zu einer Wanderung auf den Burgberg hinauf. Frische Luft ist schließlich die beste Medizin gegen diese Frühjahrskrankheit, die Frühjahrsmüdigkeit heißt.

Später beim Mittagessen erzählt er seiner Frau Annemie von den Freunden, diesen Schlappschwänzen, die sich vom Frühling außer Gefecht setzen lassen.
Er lacht und findet es sehr komisch.
Annemie lacht auch. Aber nicht aus dem gleichen Grund wie Wilhelm.
Nein, sie lacht, weil ihr guter starker Mann seit Tagen nach dem Mittagessen im Sessel einschläft. Den ganzen Nachmittag würde er durchschlafen, wenn sie ihn nicht zur Kaffeezeit aufweckte.
Aber dies zugeben? Nein, das würde er nie.
Und insgeheim freut sie sich darauf, dass Ferdinand und Hans ihn nachher zum Wandern abholen würden. Was ihr tapferer frühlingsmüder Wilhelm wohl sagen wird, wenn sie ihn aus seinem Mittagsschlaf reißen?

© Elke Bräunling

💬 Kennst du dieses Gefühl von Frühjahrsmüdigkeit und was hilft dir persönlich dagegen? 

 

Illustration Drei ältere Männer sitzen am Kneipentisch, halten Schorlegläser in die Höhe und prosten einander zu. Sie lachen fröhlich

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🌿 Opas müder Frühling
🌸 Der erste Frühlingsduft
☀️ Lasse deine Seele baumeln
🚶‍♂️ Eine Frühlingswanderung zur Burg
🌱 Einmal wieder barfuß über eine Wiese gehen
🌼 Wenn die Himmelsschlüssel läuten
💛 Frühlingsgefühle und die kostbare Lebenszeit

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Kürzere Fassung in einfacher Sprache

Wenn der Frühling müde macht

Wilhelm geht jeden Vormittag in sein Gasthaus.
Auf einen Kaffee oder einen Weinschorle.
Dort trifft er immer seine Freunde.
Früher haben sie gelacht.
Sie haben miteinander angestoßen und sich gefreut.
Doch heute ist alles anders.
Hans und Ferdinand sitzen am Tisch.
Vor ihnen steht Tee.
Sie sehen müde aus.
„Was ist los mit euch?“, fragt Wilhelm.
„Ich bin so müde“, sagt Hans. „Mir fehlt die Kraft.“
„Mir geht es genauso“, sagt Ferdinand. „Ich könnte nur schlafen.“
Wilhelm wundert sich.
Die Sonne scheint. Der Frühling ist da.
„Ihr seid nur frühlingsmüde“, sagt er. „Das geht vorbei.“
Er bestellt Schorle.
Und er schlägt einen Spaziergang vor. Für später.
Frische Luft soll helfen.
Beim Mittagessen erzählt Wilhelm seiner Frau davon.
Er lacht über seine Freunde.
„Wie kann man in dieser schönen Zeit nur müde sein?“, fragt er.
Doch seine Frau lächelt nur still. Sie weiß nämlich:
Auch Wilhelm ist müde.
Nach dem Essen schläft er meist im Sessel ein.
Aber das vergisst er wohl gerne.
So auch heute.
Wilhelm sitzt im Sessel und Schacht.
Und gleich kommen seine Freunde.
Sie wollen mit ihm spazieren gehen. So ist es verabredet.
Was wird seine Frau nun tun?
Was wird Wilhelm sagen?
Und seine Freunde?
Egal. Schuld sind einfach diese müden Tage im Frühling.
Oder?
© Elke Bräunling

 

Sehr einfache kurze Fassung

Ein müder Frühlingstag

Der Frühling ist da.
Die Sonne scheint.
Und doch fühlt sich alles ein wenig schwer an.
Im Gasthaus sitzen zwei Männer.
Sie sprechen leise.
Vor ihnen steht Tee.
„Ich bin müde“, sagt der eine.
„Ich auch“, sagt der andere.
Ein dritter kommt dazu.
Er lacht noch. So wie früher.
Doch das Lachen klingt nicht mehr ganz so leicht.
Später, zu Hause, sitzt er im Sessel.
Nur einen Moment will er die Augen schließen.
Nur einen Moment.
Draußen wartet der Frühling.
Drinnen ist es still.
Vielleicht …
ja, vielleicht gehört beides zusammen?
© Elke Bräunling

 

Fragerunde für Senioren

• Kennen Sie dieses Gefühl von Frühjahrsmüdigkeit?
• Haben Sie sich auch schon einmal gewundert, warum der Körper plötzlich so müde ist?
• Was hat Ihnen früher geholfen, wenn Sie sich schlapp gefühlt haben?
• Waren Sie dann eher jemand, der sich ausgeruht hat – oder jemand, der gesagt hat: „Jetzt erst recht“?
• Haben Sie schon einmal über andere geschmunzelt – und später gemerkt: Oh! Mir geht es ja genauso?
• Fällt es Ihnen leicht, sich eigene Schwäche einzugestehen?
• Oder eher schwer?
• Was bedeutet für Sie ein gutes Miteinander im Alter?
• Gemeinsam lachen? Gemeinsam klagen? Oder beides?
• Glauben Sie, dass man sich selbst manchmal zu streng beurteilt?
• Was tut Ihnen heute gut, wenn Sie müde oder nachdenklich sind?

• Ein Gespräch? Ein Spaziergang? Ruhe?

 

Sachtext: Frühjahrsmüdigkeit verstehen

Frühjahrsmüdigkeit verstehen und sanft entgegenwirken

Viele Menschen kennen es:
Im Frühling fühlen sie sich müde, schwer oder etwas antriebslos. Obwohl die Tage heller werden und die Natur erwacht, bleibt die eigene Energie noch zurück.
Dieses Gefühl nennt man Frühjahrsmüdigkeit.
Und es ist ganz normal.

🌼 Was im Körper passiert
Nach dem Winter stellt sich der Körper um.
Die dunklen Monate liegen hinter uns. Der Organismus war auf Ruhe eingestellt.
Jetzt werden die Tage länger. Das Licht nimmt zu. Die Temperaturen steigen.
Der Körper muss sich neu einpendeln. Dabei spielen auch Hormone eine Rolle:
Das „Schlafhormon“ wird langsam weniger
Das „Aktivitätsgefühl“ steigt, aber das erfolgt oft verzögert
Diese Umstellung braucht Zeit.

🌿 Warum wir uns dabei müde fühlen
Die Blutgefäße erweitern sich im Frühling.
Der Blutdruck kann leicht sinken. Das kann zu Müdigkeit führen.
Auch der Kreislauf reagiert empfindlich auf den Wechsel.
Man fühlt sich dann:
etwas schlapp
weniger belastbar
manchmal sogar leicht schwindelig.
Das sind keine Zeichen von Schwäche,
sondern eine natürliche Reaktion.

☀️ Was jetzt gut tut
Der Körper braucht keinen Druck, sondern Unterstützung.

🌿 Licht und Luft
Tageslicht ist der wichtigste Impuls.
Schon ein kurzer Aufenthalt draußen hilft, den Körper wach zu machen.
Ein Spaziergang, ein offenes Fenster, ein paar Minuten auf dem Balkon.

🚶‍♀️ Sanfte Bewegung
Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung.
Das muss kein Sport sein.
Schon kleine Dinge helfen:
ein kurzer Weg nach draußen
ein paar Schritte mehr im Alltag
leichte Dehnbewegungen
Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die Leistung.

💧 Ausreichend trinken
Im Winter trinken viele Menschen weniger.
Doch gerade jetzt braucht der Körper Flüssigkeit.
Wasser oder Tee unterstützen den Kreislauf und helfen, sich wacher zu fühlen.

🥗 Leichte, frische Ernährung
Der Frühling bringt frische Lebensmittel:
Gemüse
Kräuter
erste Salate.
Sie versorgen den Körper mit wichtigen Stoffen und fühlen sich oft leichter an als schwere Winterkost.

🌸 Geduld mit sich selbst
Vielleicht das Wichtigste:
Der Körper hat sein eigenes Tempo.
Nicht jeder fühlt sofort die Frühlingsenergie.
Und das ist in Ordnung.
Man darf müde sein. Man darf langsamer sein.
Der Frühling kommt nicht mit einem Schlag.
Er wächst. Tag für Tag.

💛 Schlussgedanke
Vielleicht geht es im Frühling gar nicht darum, sofort voller Energie zu sein.
Sondern darum, wieder in Bewegung zu kommen.
Ganz langsam. Ganz leise.
So wie die ersten Blätter an den Bäumen.

 

Bewegungsimpulse gegen Frühjahrsmüdigkeit

🌸 „Der wach werdende Körper“
Strecke dich ganz langsam
wie nach dem Aufwachen und ganz ohne Druck.
Das wiederhole.
Langsam.
So oft, wie du es magst.
So oft, wie es dir gut tut.

🌿 „Der kleine Frühlingsschritt“
Gehe fünf bis zehn Schritte.
Bleibe stehen.
Atme tief ein.
Blicke dich um.
Schnuppere!
Riechst du den Frühling?
Atme wieder tief ein,
dann gehe weiter.
Fünf bis zehn Schritte.
Wiederhole diese Übung so lange, wie sie dir gut tut.

☀️ „Gesicht zur Sonne“
Drehe dein Gesicht ins Licht
und schließe kurz die Augen
Spüre die Wärme.
Breite die Arme aus.
Begrüße die Sonne.
Empfange das Licht.
Spüre, wie es deinen Körper erreicht.
Genieße diesen Moment.
Atme tief ein und aus.
Senke die Arme.
Wiederhole diese Übung, so oft du magst.

🌿 „Ein warmer Frühlingsstrahl“
Stell dir vor, ein Sonnenstrahl fällt auf dein Gesicht.
Ganz sanft.
Er wärmt deine Stirn.
Deine Augen.
Deine Wangen.
Langsam wandert die Wärme weiter.
In deinen Nacken.
In deine Schultern.
Dein Körper wird leichter.
Nicht plötzlich.
Ganz langsam.
So, wie der Frühling kommt.

 

Fantasiereise: Wie der Frühling dich wach macht

Wie der Frühling dich wach macht

Nimm dir einen Moment Zeit.
Setze dich bequem hin oder lehne dich zurück.
Schließe, wenn du magst, die Augen.
Und atme ruhig ein und aus.
Ganz ohne Eile.
Ein und aus.
Stell dir vor, du stehst am Rand eines Weges.
Ein schmaler Pfad führt vor dir in die Natur hinein.
Es ist Frühling. Die Luft ist noch kühl, aber nicht mehr kalt.
Du gehst los.
Langsam. Schritt für Schritt.
Der Weg ist weich unter deinen Füßen.
Du spürst den Boden.
Mit jedem Schritt wird dein Atem ruhiger.
Ein und aus. Ein und aus.
Auf deinem Weg siehst du erste Blümchen.
Kleine grüne Blättchen. Zarte Blüten.
Noch zerbrechlich. Noch vorsichtig.
So, als würden sie sich erst einmal umsehen in dieser neuen Frühlingswelt.
Sieh auch du dich um.
Atme.
Schnuppere.
Staune.
Lausche.
Ein Vogel singt.
Dann noch einer.
Die Töne sind klar und hell.
Sie liegen in der Luft wie kleine Lichtpunkte.
Du bleibst einen Moment stehen und lauschst.
Ein warmer Sonnenstrahl streift dein Gesicht.
Du spürst die Wärme auf deiner Haut.
Auf deiner Stirn. Auf deinen Wangen.
Ein sanftes, zärtliches Streicheln.
Es ist fühlt sich gut aun. Sehr gut.
Und warm.
Du gehst weiter.
Der Weg führt ein wenig bergauf.
Deine Schritte werden fester.
Dein Atem tiefer.
Und du spürst:
Dein Körper wacht langsam auf.
Deine Gedanken werden lebhafter.
Deine Sinne aufmerksamer.
Es geht ganz langsam.
So langsam, wie es der Frühling auch ist.
Tief atmest du ein.
Die Luft riecht nach Erde.
Nach Holz. Nach frischen Blättern.
Ein wenig süß. Ein wenig würzig.
Ein köstlicher Duft!
Du genießt ihn.
Ein leichter Wind bewegt die Zweige.
Blütenblätter lösen sich und treiben durch die Luft.
Eines davon bleibt kurz auf deiner Hand liegen.
Du lächelst und verharrst eine Weile in dieser Frühlingswelt.
Dann gehst du weiter.
Die Sonne ist jetzt stärker.
Sie wärmt deinen Rücken.
Du spürst, wie sich etwas in dir verändert.
Die Müdigkeit fühlt sich nicht mehr so schwer an.
Leichter fühlst du dich.
Und frei.
Und froh.
Und auch ein bisschen glücklich.
Es ist, als würde sich etwas in dir öffnen.
Ein wenig mehr Raum.
Ein wenig mehr Luft.
Du atmest noch einmal tief ein und aus.
Langsam. Ein und aus.
Du musst sonst nichts tun.
Einfach nur hier sein in diesem Moment.
In dieser freundlichen Frühlingswelt.
…..
Bleibe noch einen Augenblick hier.
Dann kehre in deinem eigenen Tempo zurück.
Bewege langsam deine Hände.
Deine Füße.
Und wenn du möchtest, öffne die Augen.

Und nimm diese Gedanken mit in deinen Tag:
* Es darf langsam gehen.
* Und doch geht es vorwärts.

© Elke Bräunling

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