Glücklich satt!

Glücklich satt!

Geschichte für Senioren über Essen, Genuss und Zufriedenheit


Opa und Enkel beim MittagsmahlVon der Dankbarkeit, satt zu sein.
Manchmal braucht es gar kein besonderes Festessen, um glücklich und zufrieden zu sein. In dieser heiteren Geschichte für Senioren entdeckt ein Kind, warum für Opa einfache Pellkartoffeln mit Butter, Kräutern und Quark ein echtes Lieblingsessen sind … und was es bedeutet, „glücklich satt“ zu sein.
Mit Kurzfassung in einfacher Sprache, Fragerunde, Mitmachideen.

 

 

 

Glücklich satt!

„Hast du je einmal Hunger gehabt?“, fragte der Großvater das Kind. „So richtig Hunger?“
„Jeden Tag“, antwortete das Kind. „Ich habe jeden Tag Hunger. Manchmal habe ich auch großen …“
„Großen Hunger?“
Das Kind nickte. „Jetzt habe ich großen Hunger. Auf Eis und Schokoladenkuchen. Auf Spaghetti mit viel Käse und Ketchup und dazu eine Tüte Pommes. Auf Zitronenlimonade und Brausebonbons.“ Es rieb sich über den Bauch. „Sehr großen Hunger habe ich darauf sogar.“
Der Großvater lächelte. „Mir scheint, auf diese Leckereien hast du immer sehr großen Appetit.“
Wieder nickte das Kind. „Immer. Und du? Welche Leckereien magst du am allerliebsten?“
Der Großvater überlegte. Er musste lange nachdenken.
„Kartoffeln“, sagte er dann. „Pellkartoffeln mit Kräutern, Butter und Salz. Und mit Quark vielleicht, aber es geht auch ohne.“
„Das ist dein liebstes Lieblingsessen?“ Das Kind wunderte sich. „Das ist doch nichts Besonderes.“
„Es ist lecker und gesund und es macht satt“, antwortete der alte Mann. „Glücklich satt sogar.“
„Na ja.“ Das Kind rümpfte die Nase. Pellkartoffeln waren doch nichts Besonderes! Kräuter, Butter, Salz und Quark auch nicht. „Was heißt ‚glücklich satt‘?“, fragte es schließlich.
„Es heißt, du fühlst dich zufrieden. Beim Essen. Danach. Der Tag ist klarer, die Sonne scheint heller, der Himmel ist blauer, die Luft duftiger, die ganze Welt erscheint dir fröhlicher und dein Kopf ist plötzlich voller Ideen“, versuchte es der Großvater zu erklären. „So geht es mir, wenn ich ‚glücklich satt‘ bin.“
„Oh!“ Das Kind staunte. „Das alles passiert, wenn du Pellkartoffeln mit Kräutern, Butter, Salz und Quark isst?“
„Nein. Dies alles schleicht sich in meinen Kopf und in meine Gefühle, wenn sich mein Bauch zufrieden fühlt. Mein Bauch ist nämlich so etwas wie mein zweiter Kopf. Und deiner ist es auch.“
„Ein Bauch kann doch kein Kopf sein!“ Das Kind lachte auf. „Ha! Ein Bauch kann nicht denken. Oder?“
„Wer weiß das schon? Was sagt dir dein Bauch eigentlich gerade?“, fragte der Großvater.
„Dass ich Hunger habe“, antwortete das Kind, ohne dass es nachdenken musste. „Großen Hunger.“
„Und worauf hat dein Bauch gerade großen Hunger?“
„Auf Pellkartoffeln mit Kräutern, Butter, Salz und Quark.“
„Meiner auch“, sagte der Großvater und deutete auf die beiden Teller vor ihnen. Darauf warteten Pellkartoffeln mit Kräutern, Butter, Salz und Quark darauf, aufgegessen zu werden. „Dann wünsche ich dir guten Appetit!“
„Das wünsche ich dir auch, Opa!“, sagte das Kind. „Guten Appetit und ganz viele Ideen, die uns der Glücksbauch dann in den Kopf schickt.“

© Elke Bräunling

Großvater und Enkel sitzen gemeinsam am Tisch und essen Pellkartoffeln mit Kräutern, Butter und Quark.

 

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Glücklich satt – Einfache Kurzfassung für Senioren

Der Großvater sitzt mit seinem Enkelkind am Tisch.
„Hast du Hunger?“, fragt er.
„Ja!“, sagt das Kind.
„Auf Eis. Auf Schokoladenkuchen. Auf Spaghetti. Und auf Pommes.“
Der Großvater lacht. „Das ist aber viel.“
„Was isst du am liebsten, Opa?“
Opa denkt nach.
„Pellkartoffeln“, sagt er. „Mit Butter, Salz und Kräutern. Und vielleicht etwas Quark.“
Das Kind staunt. „Nur Pellkartoffeln?“
„Ja. Die machen mich glücklich satt.“
„Was heißt glücklich satt?“
Opa lächelt. „Dann ist mein Bauch satt. Und ich bin zufrieden. Dann ist die Welt gleich ein bisschen schöner.“
Das Kind lacht. „Kann dein Bauch das wirklich?“
„Mein Bauch weiß ziemlich gut, was mir guttut.“
„Und was sagt mein Bauch?“, fragt das Kind.
Opa zeigt auf die Teller.
Dort liegen warme Pellkartoffeln mit Butter, Kräutern und Quark.
Das Kind schaut sie an.
„Mein Bauch sagt: Ich habe Hunger darauf!“
„Meiner auch“, sagt Opa.
Dann essen beide.
Und schon bald sind sie glücklich satt.
© Elke Bräunling

 

Fragerunde – Essen, Appetit und Lieblingsgerichte

Zur Geschichte
• Worauf hatte das Kind zuerst Appetit?
• Was war das Lieblingsessen des Großvaters?
• Warum wunderte sich das Kind darüber?
• Was bedeutet für den Großvater „glücklich satt“?
• Worauf bekam das Kind am Ende selbst Hunger?

Erinnerungen rund ums Essen
• Was war Ihr Lieblingsessen als Kind?
• Welches einfache Gericht schmeckt Ihnen bis heute besonders gut?
• Gab es früher häufig Kartoffeln? Wie wurden sie zubereitet?
• Was gab es zu Pellkartoffeln dazu?
• Welche Kräuter wurden in Ihrer Familie verwendet?
• Gab es ein Essen, auf das Sie sich die ganze Woche freuten?
• Was wurde gekocht, wenn es schnell gehen oder preiswert sein musste?
• Welches Gericht erinnert Sie sofort an Ihre Mutter, Großmutter oder einen anderen Menschen?
• Was schmeckte früher besser als heute?
• Und welches Essen mochten Sie als Kind überhaupt nicht?

 

Erinnerungsimpuls – Einfache Gerichte, die glücklich machten

Nicht immer waren es die aufwändigen Festessen, an die man sich später besonders gern erinnerte.
Manchmal waren es ganz einfache Dinge: Pellkartoffeln mit Quark, Kartoffelsuppe, Bratkartoffeln, ein Butterbrot mit Schnittlauch, Grießbrei, Milchreis oder ein Stück frisch gebackenes Brot.
Oft gehörte zu diesen Gerichten noch etwas anderes: eine vertraute Küche, ein bestimmter Duft, der Platz am Familientisch oder ein Mensch, der das Essen zubereitet hatte.

Zum Erzählen:
Gab es ein ganz einfaches Essen, bei dem Sie sich früher besonders wohlgefühlt haben? Wer hat es zubereitet? Und würde es Ihnen heute noch schmecken?

 

Mitmachidee – Unser Tisch der Lieblingsgerichte

Hier braucht es gar kein echtes Essen. Bilder oder Karten mit bekannten Gerichten reichen.
Zum Beispiel:
Pellkartoffeln – Kartoffelsuppe – Bratkartoffeln – Eintopf – Pfannkuchen – Grießbrei – Milchreis – Butterbrot – Apfelkuchen – Sonntagsbraten
Jeder darf sich ein Gericht aussuchen.
Dann wird erzählt:
„Das esse ich gerne, weil …“
Oder noch einfacher:
„Mein Lieblingsessen ist …“

Bei Menschen mit Demenz können auch Gegenstände und Düfte helfen: eine Kartoffel in die Hand nehmen, an Petersilie oder Schnittlauch riechen, einen alten Kartoffelstampfer oder eine Kartoffelschälmaschine anschauen.

 

Kleine Sinnesidee – Kartoffeln und Kräuter

Die Geschichte bietet sich sogar für eine kleine Kartoffelrunde an.
Eine rohe und eine gekochte Kartoffel können herumgegeben werden. Dazu Petersilie, Schnittlauch oder andere vertraute Küchenkräuter.
Wie fühlt sich eine Kartoffel an?
Wie riechen die Kräuter?
Welche Kräuter erkennt man am Duft?
Welche Kartoffelgerichte fallen der Gruppe ein?
Wenn es in der Einrichtung möglich ist, wären natürlich kleine warme Pellkartoffeln mit Kräuterquark die Königsklasse.

 

Gesprächsimpuls – Was bedeutet „glücklich satt“?

Der Großvater sagt, dass Essen nicht nur den Hunger stillen kann. Manchmal schenkt es auch ein Gefühl von Zufriedenheit und Geborgenheit.
• Kennen Sie dieses Gefühl?
• Gehört für Sie zum guten Essen auch Gesellschaft?
• Schmeckt dasselbe Gericht anders, wenn man es mit einem lieben Menschen teilt?
• Was braucht es für Sie, um nach einer Mahlzeit wirklich „glücklich satt“ zu sein?

 

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