Die Glücksbringer und das Glück
Die Glücksbringer und das Glück
Märchen zum neuen Jahr
Es ist nicht so einfach mit dem Glück
Manchmal zeigt sich Glück dort, wo man es am wenigsten erwartet.
Und manchmal zerbricht es schneller, als man denkt.
Dieses kleine Märchen zum Jahreswechsel erzählt davon, wie ein unscheinbarer Glückskeks einer Runde selbstbewusster Glücksbringer eine wichtige Lektion erteilt – über Demut, echtes Glück und die Kraft kleiner Botschaften.
Mit Kurzfassung in einfacher Sprache und Fragerunde.
Die Glücksbringer und das Glück
„Wer bist du denn?“, fragte das Marzipan-Glücksschwein und tauchte seine Nase in das kleine, graue Päckchen neben ihm auf dem Tisch. „Du passt nicht zu uns heute.“
Es nickte seinen Kameraden, dem Schokolade-Glückskäfer, den Bonbon-Glückskleeblättern und dem Blätterteig-Schornsteinfeger zu.
Die nickten. „Oder hast du auch einen Glücksjob heute?“
Da rief ein dünnes Stimmchen aus dem grauen Päckchen:
„Aber ja. Ich bin ein Keks. Ein Glückskeks. Ja, ein Glück-bring-Keks bin ich.“
Es überschlug sich fast vor Aufregung.
„Hahaha!“ Die Glücksbringer lachten.
„Was hat ein trockener Keks mit Glück zu tun?“, sirrten die Kleeblätter und die Glückskäfer fragten: „Kann man dein Glück wenigstens essen?“
„Und schmeckst du lecker süß wie wir?“, erkundigte sich der Schornsteinfeger.
„Nein. Ich bin ein ganz normaler Keks“, antwortete der Glückskeks, und er fühlte sich gerade nicht ganz so glücklich.
„Ein Scherzkeks bist du! Haha!“, lachte ein Glückskäfer und das Glücksschwein gab dem Päckchen einen Schubs.
„Ein langweiliger Keks hat heute hier nichts zu suchen. Verschwinde!“
„Stimmt!“ Der Schornsteinfeger trat ebenfalls nach dem Keks. „Helft alle mit! Wir werfen diesen komischen Kerl vom Tisch.“
„Ja! Weg mit ihm. Er passt nicht zu uns.“
Laut und heftig ging es zu und laut und heftig drängten sich alle Glücksbringer um den Keks, um ihn gemeinsam vom Tisch zu stoßen. Weil sie aber so drängelten und schubsten, verloren sie das Gleichgewicht und einer nach dem anderen von ihnen fiel zu Boden, dem Glückskeks hinterher.
Da lagen sie nun, kaputt und zerbrochen, und sahen sich sehr unglücklich an.
Mühsam las das Glücksschwein mit seinem heil gebliebenen Auge den Text, der in kunstvoller Schrift auf dem Zettel des Glückskekses notiert stand. Seine Stimme wurde dabei immer leiser:
„Glück und Glas, ganz leicht bricht das. Darum, Leute, merkt euch all: Hochmut, der kommt vor den Fall.“
© Elke Bräunling

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Kurzfassung
Die Glücksbringer und das Glück – Kurzfassung
Kurzfassung in einfacher Sprache
Auf einem Tisch stehen viele kleine Glücksbringer:
ein Marzipan-Schwein, ein Schoko-Käfer, Kleeblätter aus Bonbonmasse und ein Schornsteinfeger aus Blätterteig.
Plötzlich entdecken sie ein kleines graues Päckchen.
Darin steckt ein Glückskeks.
Der Keks sagt fröhlich:
„Hallo! Ich bin auch ein Glücksbringer! Ein Glück-bring-Keks!“
Die anderen lachen ihn aus.
„Du bist doch nur ein trockener Keks!“, rufen sie.
„Du bist kein richtiges Glück!“
Sie schubsen das Päckchen und wollen den Glückskeks vom Tisch werfen.
Dabei drängeln sie so sehr, dass sie selbst das Gleichgewicht verlieren.
Alle fallen vom Tisch und zerbrechen – das Schwein, der Käfer, die Kleeblätter, der Schornsteinfeger.
Der Glückskeks liegt auch am Boden, aber in seinem Inneren steckt ein kleiner Zettel.
Das Glücksschwein kann ihn gerade noch lesen:
„Glück und Glas, ganz leicht bricht das.
Darum merkt euch, Leute:
Hochmut kommt vor dem Fall.“
Da verstehen die Glücksbringer zu spät:
Wer andere auslacht, verliert manchmal selbst sein Glück.
© Elke Bräunling
Fragerunde zur Geschichte
1 Warum lachen die Glücksbringer über den Glückskeks?
2 Was macht den Glückskeks traurig?
3 Warum wollen die anderen den kleinen Keks vom Tisch stoßen?
4 Was passiert, als alle zu heftig schubsen?
5 Welche Bedeutung hat der Satz „Hochmut kommt vor dem Fall“ in dieser Geschichte?
6 Haben die Glücksbringer vielleicht selbst Fehler gemacht? Welche?
7 Was könnte der Glückskeks den anderen eigentlich geben?
8 Kennen Sie Situationen, in denen jemand ausgelacht wurde, obwohl er etwas Wertvolles zu sagen hatte?
9 Warum ist es wichtig, andere nicht zu unterschätzen?
10 Welche Art von „Glück“ im Leben kann leicht zerbrechen?

