Das Osterei auf der Fensterbank*

Das Osterei auf der Fensterbank

Fröhliche Geschichte für die Osterzeit für Groß und Klein

Titel + Illustration Ältere fröhliche Frau entdeckt ein rotes Osterei auf ihrer FensterbankEin kleines rotes Ei und viele Ideen für die Frühlingszeit.
Was glitzert da so rot in der Morgensonne?“
Manchmal beginnt ein guter Tag mit einer kleinen Überraschung. In dieser warmen Ostergeschichte entdeckt Oma Weber ein geheimnisvolles rotes Ei auf ihrer Fensterbank und findet dabei nicht nur eine Erklärung, sondern viele schöne Gedanken über Frühling, Fantasie und das Leben.
Eine ruhige, freundliche Geschichte zum Vorlesen, Erinnern und Schmunzeln für Senioren und Demenzgruppen, ruhige Vorlesemomente im Alltag, gemeinsame Gesprächsrunden zu Ostern und für Kinder und Erwachsene, die leise, freundliche Geschichten mögen.
Mit Kurzfassung in einfacher Sprache und Fragerunde.

 

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Das Osterei auf der Fensterbank

„Nanu? Was glitzert so rotgolden in der Morgensonne? Hat da jemand ein Schmuckstück vor das Fenster gelegt?“
Oma Weber blinzelte. Ihre Augen waren noch müde, denn sie hatte bis tief in die Nacht den neuen, spannenden Fantasyroman zu Ende gelesen.
Sie beugte sich von oben aus dem Schlafzimmerfenster und blickte zum Küchenfenster hinab. Ein kleines rotes Ding lag dort auf der Fensterbank. Sie lächelte und malte sich aus, wie in der Nacht eine Fee auf dem Fensterbrett Rast gemacht und eine rote Perle aus ihrem Gewand verloren hatte. Ein schöner Gedanke.
Oma Weber, die schöne Gedanken liebte, schmunzelte.
Vielleicht, überlegte sie weiter, war es aber auch eine kleine, traurige Frühlingselfe gewesen. Vergebens hatte die nach der duftenden Wunderblume gesucht, die mit ihren Frühlingsglöckchen die Marienkäfer aus dem Winterschlaf aufweckte. Weil sie die aber nicht finden konnte, hatte sie rote Tränen geweint und eine ist aufs Fensterbrett getropft. Ja, so musste es gewesen sein.
„Oh!“, sagte Oma Weber. „Ich denke, ich sollte der kleinen Elfe bei der Suche nach der Wunderblume mit den Glöckchen helfen. Gleich nachher werde ich in den Gartenmarkt fahren und Blumen für die Fensterbänke kaufen. Blumen, deren Blüten Glöckchen ähneln.“
Sie lächelte wieder, liebte sie Blumen doch fast so sehr wie Bücher, Märchen und Marienkäfer. Und sie freute sich auch auf den Gartenmarkt. Ihren Fotoapparat würde sie mitnehmen und Blumen würde sie fotografieren.
„Was für ein guter Plan!“, sagte sie. „Ich glaube, dieser Tag wird ein guter Tag.“
Zuerst aber wollte sie sich die Elfenträne doch noch genauer ansehen. So einen kostbaren Fund machte man schließlich nicht jeden Tag. Sie eilte in die Küche, öffnete das Fenster und fand keine Elfenträne, sondern ein Schokoladenosterei, verpackt in rotes Glanzpapier.
Oma Weber lachte hell auf.
„Ein Osterei!“, rief sie. „Wer hat das wohl hier verloren? Ein eiliger Osterhase, der mich daran erinnern möchte, dass bald Ostern ist?“
Verwundert schüttelte sie den Kopf. Hätte sie doch beinahe glatt die Ostereier für die Kinder vergessen. Wie gut, dass da immer und überall kleine Helfer waren, die sie an solch wichtige Dinge erinnerten.
„Danke, Osterhase!“, rief sie in den Garten hinaus.
Dann nahm sie einen Einkaufszettel und schrieb auf:
„Wunderblumen mit Glöckchen für die Elfen und Marienkäfer. (In Klammer: Ob Osterglocken die richtigen Blumen sind?), Ostereier für die Kinder, einen großen, goldenen Schokoladenosterhasen für Opa Weber und …“ Sie machte eine Pause, überlegte. „Und ein neues dickes Fantasybuch für mich.“

© Elke Bräunling

Illustration Ältere fröhliche Frau entdeckt ein rotes Osterei auf ihrer Fensterbank

 

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Einfache Fassung für Senioren

Das Osterei auf der Fensterbank

Kurzfassung in einfacher Sprache

Oma Weber wacht am Morgen auf.
Die Sonne scheint durch das Fenster.
Sie blinzelt und schaut nach draußen.
Da sieht sie etwas auf der Fensterbank.
„Was ist das nur?“, fragt sie leise. „Es glitzert so schön rot in der Sonne.“
Oma Weber denkt nach.
Sie liebt schöne Gedanken.
„Vielleicht war in der Nacht eine kleine Fee hier“, sagt sie. „Vielleicht hat sie etwas verloren.“
Dann lächelt sie.
„Oder es war eine kleine Frühlingselfe“, überlegt sie. „Vielleicht hat sie geweint, weil sie eine Blume nicht gefunden hat.“
Oma Weber kennt diese Blume gut.
Es ist eine Blume mit kleinen Glöckchen.
Sie weckt im Frühling die Marienkäfer auf.
„Ich will der kleinen Elfe helfen“, sagt Oma Weber. „Ich werde Blumen kaufen. Blumen mit kleinen Glöckchen.“
Sie freut sich schon.
Sie liebt Blumen sehr.
Und sie liebt auch Bücher und kleine Geschichten.
„Das wird ein schöner Tag“, sagt sie.
Dann geht sie in die Küche.
Sie öffnet das Fenster.
Und sie schaut genau hin.
Da liegt keine Elfenträne.
Da liegt ein Schokoladenosterei.
Oma Weber lacht.
„Ein Osterei!“, ruft sie. „Wer hat das denn hier hingelegt?“
Sie denkt kurz nach.
„Vielleicht war es der Osterhase“, sagt sie. „Er wollte mich erinnern, dass bald Ostern ist.“
Oma Weber nickt zufrieden.
„Gut, dass ich daran erinnert werde“, sagt sie. „Ich darf die Ostereier für die Kinder nicht vergessen.“
Sie nimmt einen Zettel und schreibt:
Blumen mit Glöckchen
Ostereier für die Kinder
Ein großer Schokoladenhase für Opa
Und ein neues Buch für mich
Dann lächelt sie.
„Danke, lieber Osterhase“, sagt sie leise.
© Elke Bräunling

Fragerunde für Senioren

Zum Erinnern und Erzählen
1 Haben Sie früher Ostereier versteckt oder gesucht?
2 Wer hat bei Ihnen zu Hause die Ostereier gebracht?
3 Gab es bei Ihnen einen besonderen Osterbrauch?
4 Erinnern Sie sich an ein besonders schönes Osterfest?
5 Welche Süßigkeiten gab es früher zu Ostern?

Über Frühling und Blumen
6 Welche Frühlingsblumen mögen Sie besonders gern?
7 Kennen Sie Osterglocken oder andere „Glockenblumen“?
8 Haben Sie früher selbst Blumen gepflanzt oder im Garten gearbeitet?
9 Gab es bei Ihnen eine Lieblingsblume am Fenster oder im Garten?

Über kleine Freuden im Alltag
10 Freuen Sie sich über kleine Überraschungen im Alltag?
11 Was hat Ihnen früher besonders Freude gemacht?
12 Gab es Momente, in denen Sie sich über etwas ganz Kleines gefreut haben?
13 Was macht für Sie einen „guten Tag“ aus?

Über Fantasie und schöne Gedanken
14 Mögen Sie Geschichten über Feen oder den Osterhasen?
15 Haben Sie früher Kindern solche Geschichten erzählt?
16 Finden Sie es schön, sich kleine Dinge auch einmal auszumalen?
17 Was hat Ihnen als Kind besonders gut gefallen – Märchen oder echte Geschichten?

Zum Abschluss
18 Was gefällt Ihnen an der Geschichte besonders?
19 Was hätten Sie an Oma Webers Stelle gedacht?
20 Glauben Sie, dass kleine Überraschungen den Alltag schöner machen?

 

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