Als das neue Jahr etwas Wichtiges vergessen hatte
Als das neue Jahr etwas Wichtiges vergessen hatte
Geschichte zum neuen Jahr
Eine kleine Geschichte darüber, wie ein neues Jahr erst verzweifelt und dann lernt, was die Welt wirklich trägt.
Was passiert, wenn ein neues Jahr das kleine Glück vergisst?
Manchmal beginnt das Jahr nicht mit Schwung, sondern mit Müdigkeit. Diese kleine Geschichte erzählt davon, dass Hoffnung nicht laut sein muss und dass oft ein einziges freundliches Wort mehr trägt als große Pläne.
Mit Kurzfassung in einfacher Sprache und Fragerunde
Als das neue Jahr etwas Wichtiges vergessen hatte
Das neue Jahr saß im Dunkeln und fühlte sich schwer. Es war gerade einen Tag alt und benahm sich schon wie ein erschöpfter Hundertjähriger. Tief stöhnte es auf, schloss die Augen und hielt sich den schmerzenden Kopf. Es fühlte sich, als hätte es Silvester mit der ganzen Welt durchgefeiert.
„Wie soll ich das bloß schaffen?“, jammerte es. „Zwölf lange Monate liegen vor mir! Dreihundertfünfundsechzig Tage! Und überall Streit, Lärm, Krankheit, Dunkelheit und Kuddelmuddel!“
„Jammere nicht so laut, Junge!“, knurrte das alte Jahr, das – im Ruhestand nun – seine müden Füße hochgelegt hatte. „Du störst meinen Schlaf. Also ich, ich habe mich damals nicht so angestellt.“
„Nicht?“ Das neue Jahr sah es empört an. „Schau doch nur, was du mir hinterlassen hast! An allen Ecken brennt es und ich muss nun löschen. Wie soll ich das bloß tun? Ich habe doch auch nur zwei Hände und …“
Es zeterte noch eine Weile, doch das alte Jahr hörte ihm nicht mehr zu. Müde dachte dieses an die ersten Tage seiner eigenen Zeit zurück. An all seine die Pläne, Hoffnungen und guten Vorsätze. Und an das große, chaotische Leben, das alle Vorhaben durcheinander gewirbelt hatte.“
„Nun ja“, brummte es schließlich kleinlaut. „Ich habe einen Fehler gemacht.“
Das neue Jahr blinzelte. „Fehler? Du?“, fragte es überrascht.
„Ja“, gab das alte Jahr zu und seine Stimme klang weich nun. „Ich habe das kleine Glück vergessen. Die Menschen brauchen es. Jeden Tag ein bisschen. Ein Lächeln. Ein warmes Wort. Ein guter Gedanke. Das hält die Welt besser zusammen als Gesetze und großspurige Reden.“
„Das kleine Glück!?“ Das neue Jahr war still geworden. Neugierig blickte es das alte Jahr an. „Wo finde ich dieses kleine Glück?“
„Überall“, murmelte das alte Jahr und schloss wieder die Augen. „Manchmal liegt es unter einem Stein, manchmal in einer Tasse Kakao, in einem Kinderlachen oder in einem guten Freund. Bring es den Menschen zurück! Dann wird deine Zeit leichter. Vielleicht sogar schön.“
Das neue Jahr nickte. Endlich fühlte es sich nicht mehr alt. Das neue Leben konnte beginnen.
© Elke Bräunling
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Kurzfassung
Als das neue Jahr etwas Wichtiges vergessen hatte
Kurzfassung in einfacher Sprache
Das neue Jahr war erst einen Tag alt … und schon war es erschöpft.
„Wie soll ich das nur schaffen?“, stöhnte es. „So viele Monate! So viele Probleme!“
Aus der Ecke meldete sich das alte Jahr aus dem Ruhestand:
„Jammere nicht so laut. Ich war früher auch nicht zimperlich.“
Doch dann wurde es still. Das alte Jahr dachte nach.
„Ich habe etwas Wichtiges vergessen“, sagte es schließlich.
„Das kleine Glück. Die Menschen brauchen es jeden Tag.
Ein Lächeln. Ein gutes Wort. Einen warmen Gedanken.
Das hält die Welt besser zusammen als große Pläne.“
Das neue Jahr hörte zu.
Und plötzlich fühlte es sich nicht mehr müde.
„Dann bringe ich es den Menschen zurück“, sagte es leise.
Und es begann ganz neu.
© Elke Bräunling
FRAGERUNDE
1 Wie hat sich für Sie ein neues Jahr früher angefühlt?
– eher voller Kraft oder eher wie „Zu viel auf einmal“?
2 Kennen Sie das „kleine Glück“ im eigenen Alltag?
– Wie sieht es aus? Wie riecht oder klingt es?
3 Wann hat Ihnen zuletzt ein einziges Wort gutgetan?
4 Was wäre ein „kleines Glück“, das Sie heute jemand anderem schenken könnten?
5 Wenn Sie dem neuen Jahr etwas zuflüstern könnten: wäre es ein Wunsch oder ein Rat?
