Ein Tisch, drei Freunde und ein neuer Anfang

Ein Tisch, drei Freunde und ein neuer Anfang

Geschichte für Senioren zum Vorlesen

Titel + Illustration Fröhliche Herrenrunde in Kneipe, trinken Bier, Konfetti,alle tragen bunte Hütchen auf dem KopfEinander helfen, hilft allen

Manchmal beginnt ein neuer Abschnitt ganz unscheinbar: an einem vertrauten Tisch, bei einem Glas Bier und einem ehrlichen Gespräch. Diese Geschichte erzählt von Freundschaft, von Verlust und davon, wie gut es tut, einander nicht allein zu lassen.
Eine warmherzige Erzählung über drei Menschen, die gemeinsam den Mut finden, dem Leben wieder ein Stück entgegenzugehen. Mit Kurzfassung in einfacher Sprache und Fragerunde.

 

 

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Ein Tisch, drei Freunde und ein neuer Anfang

„Die Narren sterben nicht aus. Und das ist gut so“, sagte Fritz Baumann, und nach einer Pause fügte er hinzu: „Früher war ich auch mal einer. Zur Fastnacht.“ Er überlegte wieder und lachte. „Falsch. Ein Narr bin ich noch immer, irgendwie. Nicht nur zu Narrenzeiten.“
„Das haben wir wohl etwas gemeinsam, Fritz. Aber es gefällt mir an dir: Du bist ein fröhlicher Mensch. Wir sollten das Leben genießen und öfter lachen, auch wenn man uns für Narren hält, nicht wahr?“ Hubert Vollmer klopfte seinem alten Freund wohlwollend auf die Schulter.
Der blickte zur Theke des ‚schwarzen Bären‘, der Dorfwirtschaft, in der sie sich zum täglichen Mittagstisch trafen, hinüber. „Ob sie hier je auch wieder Fastnacht feiern nach der Pause in den letzten Jahren? Es würde mir gefallen.“
„Fragen wir einfach!“, dröhnte Hubert und winkte Hugo, dem Wirt, mit dem Bierglas zu. „Noch eine Runde, Hugo! Geht auf mich.“
Als der Wirt zwei frisch gezapfte Bier an den Tisch brachte, fragte Fritz ihn nach den Plänen für Fastnacht. „Sag mal, gibt es in diesem Jahr wieder eine Feier hier bei dir?“
Hugo zögerte. „Eigentlich nicht“, antwortete er schließlich. „Seit Anjas Tod fehlt mir die Lust dazu. Und die Zeit. Ich … ich schaffe das alleine nicht. Versteht ihr?“
Hubert und Fritz nickten. Sie kannten das, denn auch sie hatten viel zu früh ihre Frauen verloren.
„Das ist verständlich“, sagte Fritz. „Aber irgendwie muss es weitergehen, nicht wahr? Wie wäre es, wenn wir dich unterstützen?“
„Ihr? Wie wollt ihr das anstellen?“ Hugo schluckte und musterte die beiden alten Stammkunden, die längst so etwas wie Freunde geworden waren. „Wollt ihr den ‚Bären’ zu neuem Leben erwecken?“
Hubert nickte und sah Fritz an. Der grinste und ergriff erneut das Wort.
„Also, Hubert und ich sind uns einig! Wir sollten es tun! Der ‚Bär‘ soll leben! Lass uns überlegen, wie wir ein wenig frischen Wind in die Bude bekommen!“
Hugo überlegte. Dann machte der zögernde Ausdruck in seinem Gesicht einem Lächeln Platz. Er beugte sich zu den Freunden herab.
„Habt ihr nachher noch ein wenig Zeit? Wir könnten einen Plan machen. In einer Stunde ist der Mittagsbetrieb vorbei und wir hätten Ruhe.“
Ruhe brauchten sie später dann auch, Hugo, der liebend gerne Rentner wäre, und die beiden alten Herren, die noch lange nicht Rentner sein mochten. Und gemeinsam heckten sie einen Plan aus, der ihrer aller Leben noch einmal in eine neue Bahn lenken würde.
Es gab dann auch ein Fastnachtsfest in diesem Jahr. Ein kleines. Viele Gäste folgten der Einladung in den ‚Bären’ und es ging hoch her. Den Höhepunkt des Abends gestaltete dann aber Elfie Körner, die früher am Theater gearbeitet hatte. Sie brachte einen Akkordeonspieler mit und die beiden gaben ein Konzert.
Es wurde gesungen und geschunkelt, getanzt und gelacht. Und als Elfie „Man müsste nochmal zwanzig sein und so verliebt wie damals“ sang, stimmten alle mit ein und Fritz rief vergnügt:
„Ja, das wäre prima, Elfie, was meinst du, wären wir beide nicht ein schönes Paar?“
Wer weiß, vielleicht würde auch dies noch ein Happy End werden?

© Elke Bräunling

Illustration Fröhliche Herrenrunde in Kneipe, trinken Bier, Konfetti,alle tragen bunte Hütchen auf dem Kopf

 

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Ein Tisch, drei Freunde und ein neuer Anfang

Kurze Fassung in einfacher Sprache

Fritz und Hubert treffen sich jeden Tag zum Mittagessen in Hugos Kneipe, dem „Schwarzen Bären“.
Sie lachen gern und nennen sich selbst ein bisschen Narren – nicht nur zur Fastnacht.
Die beiden fragen sich, ob es in diesem Jahr wieder eine Fastnachtsfeier geben wird.
Doch Hugo, der Wirt, ist traurig.
Seit dem Tod seiner Frau fehlt ihm die Kraft und die Freude.
Alleine schafft er es nicht mehr.
Fritz und Hubert verstehen das gut.
Auch sie haben ihre Frauen verloren.
Sie sagen: Das Leben muss weitergehen.
Und sie bieten Hugo ihre Hilfe an.
Gemeinsam schmieden sie einen Plan.
Sie wollen die Kneipe wieder mit Leben füllen.
Und tatsächlich:
Es gibt wieder ein Fastnachtsfest im „Bären“.
Die Menschen kommen, es wird gesungen, getanzt und gelacht.
Eine Frau singt alte Lieder, die alle kennen.
Für einen Abend fühlen sich alle wieder jung und lebendig.
Am Ende bleibt die Hoffnung:
Vielleicht beginnt für Hugo, für Fritz und für Hubert ein neuer, schöner Abschnitt im Leben.
Und vielleicht gibt es sogar ein kleines Happy End.
© Elke Bräunling

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❓ Fragerunde zur Geschichte

1 Wo treffen sich Fritz und Hubert jeden Tag?
2 Warum gibt es lange keine Fastnachtsfeier in Hugos Kneipe?
3 Was hat Hugo traurig gemacht?
4 Warum verstehen Fritz und Hubert Hugo so gut?
5 Was schlagen die beiden Freunde vor?
6 Was passiert bei dem Fastnachtsfest im „Schwarzen Bären“?
7 Wie fühlen sich die Menschen an diesem Abend?
8 Warum ist Musik in der Geschichte so wichtig?
9 Glauben Sie, dass man auch im Alter noch einmal neu anfangen kann?
10 Was bedeutet für Sie ein „Happy End“?

 

 

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