Die Rückkehr der Freude

Die Rückkehr der Freude

Adventsgeschichte für Senioren zum Vorlesen

Titel + Illustration Mann steht an einer dunklen verschneiten Dorfstraße und blickt zu einem Haus hinüber mit einem hellen FensterEin Wiedersehen nach langer Zeit

„Manchmal wartet die Freude dort, wo wir sie zuletzt gesehen haben.“

Manchmal führt der Weg zurück – nicht nur an einen Ort, sondern zu einem Gefühl.
Diese Geschichte erzählt von Heimkehr, Stille und dem leisen Wiederfinden der Freude im Advent.
Mit Kurzfassung in einfacher Sprache und Fragerunde.

 

 

Die Rückkehr der Freude

Lange war er nicht mehr in seinem Dorf gewesen. Viel zu lange.
Ob es Sinn machte, die Heimat noch einmal zu besuchen?
„Kalten Kaffee soll man nicht aufwärmen“, hatte er gemurmelt, als er im Taxi saß und sich vom Flughafen in die Innenstadt chauffieren ließ.
Trotzdem hatte er sich nach einem kurzem Bummel durch die große, lärmende Stadt vor dem Bahnhof wiedergefunden. Es war, als hätten ihn seine Füße wie in einem Traum, den er nicht beeinflussen konnte, dorthin getragen. Wie von selbst hatte er eine Fahrkarte gelöst und im Zug, der in die Heimat fuhr, einen Platz eingenommen. Alles wie im Traum. Ein Traum, der ihn durch ein verschneites Winterland führte.
Müde und auch etwas ängstlich stand er Stunden später in seinem Dorf auf dem kleinen Platz vor der Kirche. Bald war Weihnachten, doch davon kündete hier nur die helle Lichtertanne.
Er dachte an die weihnachtliche Glitzerpracht und den Einkaufsrummel New Yorks zurück. Damals hatte ihn diese verschwenderische Fülle wie magisch angezogen. Doch dieser Zauber hatte nicht lange angehalten. Mitten im flitterbunten Weihnachtstrubel hatte er so vieles vermisst in jener fremden Stadt. Die Stille, die Freude, das Weihnachten zuhause eben. Ob er es hier wieder finden würde?
Er schaute auf den leisen, warmen Lichterschein der Tanne.
„Schön“, murmelte er. „Obwohl man eigentlich fast nicht merkt, dass bald Weihnachten ist. Oder doch?“
Langsam ging er weiter, die dunkle Dorfstraße entlang seinem Elternhaus zu. Das Licht einer Weihnachtskerze aus dem Fenster unten rechts strahlte ihm entgegen.
Er lächelte. Ja, hier würde er es wieder finden. Weihnachten. Die Ruhe. Die Stille. Seinen Frieden. Die Angst, mit leeren Händen aus der großen weiten Welt zurückzukehren, war verschwunden. Hier war sie fehl am Platze. Hier war … Weihnachten.
Mit schnellen Schritten ging er auf das Licht im Fenster zu. Endlich spürte er wieder, wie sie sich anfühlte, die Freude.

© Elke Bräunling

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Illustration Mann steht an einer dunklen verschneiten Dorfstraße und blickt zu einem Haus hinüber mit einem hellen Fenster

 

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Kurzfassung

Die Rückkehr der Freude

Kurze Geschichte in einfacher Sprache

Ein Mann kehrt nach vielen Jahren in sein Heimatdorf zurück.
Er ist unsicher, ob es eine gute Idee ist.
Die Stadt, in der er zuletzt gelebt hat, war groß.
Sie war laut, bunt und voller Weihnachtsglitzer.
Dort hat ihm etwas Wichtiges gefehlt:
die Ruhe, die Wärme und die echte Freude.
Wie in einem Traum steigt er in den Zug nach Hause.
Als er im Dorf ankommt, ist es still.
Er sieht kaum Menschen.
Nur die Lichtertanne auf dem Platz leuchtet freundlich.
Er geht langsam durch die vertraute Straße.
Vom Fenster seines alten Elternhauses her brennt eine einzelne Weihnachtskerze.
Still funkelt sie. Ein stilles, warmes Licht.
Dieses Licht nimmt ihm alle Angst.
In diesem Moment spürt er:
Hier findet er wieder, was er verloren glaubte:
Freude, Frieden und echtes Weihnachten.

© Elke Bräunling

Fragerunde für Senioren

1 Sind Sie schon einmal nach langer Zeit an einen früheren Ort zurückgekehrt?
2 Welche Gefühle hatten Sie dabei? Freude, Nervosität, Wehmut?
3 Gibt es einen Ort aus Ihrer Kindheit, der Ihnen besonders wichtig geblieben ist?
4 Was unterscheidet für Sie „Weihnachten früher“ und „Weihnachten heute“?
5 Welche Lichter oder Stimmungen erinnern Sie sofort an Zuhause?
6 Haben Sie schon einmal gemerkt, dass man das Wichtigste manchmal erst in der Ferne erkennt?
7 Welche kleinen Dinge bringen Ihnen heute Frieden und Freude?
8 Was bedeutet Heimat für Sie persönlich – ein Ort, ein Gefühl oder Menschen?

 

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