Zeit der Engel
Zeit der Engel
Adventsgeschichte
Eine nächtliche Begegnung im Advent
„Wenn die Welt schläft, beginnt die stille Zeit der Engel.“
In dieser zarten Adventsgeschichte begegnen wir einem kleinen Engelchen, das in der stillen Nacht über der Stadt wacht und den Kindern Träume bringt. Doch an diesem besonderen Abend spricht ein träumendes Kind mit ihm und der Moment zwischen Traum und Wirklichkeit wird zu einer kleinen, leuchtenden Adventswunder-Szene.
Eine poetische Geschichte über Trost, Geheimnisse und die Magie der Engelzeit.
Mit Kurzfassung in einfacher Sprache und Fragerunde.
Zeit der Engel
Es ist Schlafenszeit. Lange schon ist der Tag zur Ruhe gekommen und die Kinder schlafen. Auf den Straßen ist es ruhig geworden.
Das Engelchen, das auf dem altmodischen Lampenschirm der hohen Straßenlaterne sitzt und mit den Beinen baumelt, lächelt. Es liebt diese Zeit vor Mitternacht, in der die Stadt mit den Menschen, die sie beherbergt, zur Ruhe kommt. Es ist die Zeit der Engel.
„Meine Zeit!“, murmelt es und streicht sich über sein sternengelbes Gewand, das im Schein des Laternenlichts hell, fast weiß funkelt wie glitzernder Schnee. „Und heute ist eine besondere Nacht, die erste Nacht im Advent. Viel gibt es für mich zu tun.“
„Deine Zeit?“, flüstert da eine Kinderstimme. „Was für eine Zeit?“
Das Engelchen zuckt zusammen und sein Herz macht vor Schreck einen Stolperer. Wer spricht da mitten in der Nacht? Die Kinder schlafen doch alle.
„Nun erzähle doch!“, drängt die Stimme. „Ich habe nämlich auch Zeit in deiner Zeit.“
„Solltest du nicht schlafen?“, fragt Engelchen.
„Tu ich doch! Und gerade träume ich so schön.“
„Du träumst? Oh, wie fein!“, freut sich Engelchen, und es freut sich wirklich, ist es doch seine Aufgabe, im Advent Träume zu den Kindern zu bringen. „Was … was träumst du denn?“
„Oh, es ist ein schöner Traum. Von einem Engel, der auf einer Straßenlaterne sitzt, mit den Beinen baumelt und sich freut.“ Die Stimme gluckst ein bisschen vor Vergnügen. „Und ich freue mich nun auch. Wie der Engel.“
Das Engelchen kneift sich in den Arm. Was träumt dieses Kind bloß? Wird die Wirklichkeit zum Traum oder umgekehrt? Ich sollte ihm sagen, dass alles ganz anders ist, denkt es, und dass ich gekommen bin, um ihm meine Träume der Adventszeit zu bringen. Die Träume der Engel.
„Sag, bist du ein Engel?“, fragt das Kind da. „In meinem Adventskalender fand ich heute nämlich einen kleinen Engel und der sieht aus wie du.“
„Ei-ein Engel?“, stammelt Engelchen.
„Klar!“ Das Kind lacht. „Es macht Spaß, sich mit einem echten Engel zu unterhalten. Aber nun muss ich schlafen, damit bald der Morgen kommt und ich ein neues Türchen im Kalender öffnen kann. Ich wünsche mir so sehr einen kleinen Stern.“
„Ei-einen kleinen Stern?“ Dem Engelchen fehlen noch immer die Worte.
„Aber ja. Hast du dich denn noch nie mit einem Stern unterhalten? Ich stelle mir das sehr spannend vor. Gute Nacht, kleiner Engel.“
„Gute Nacht, du schlaues Kind!“
Engelchen hört, wie über ihm ein Fenster geschlossen wird, und lächelt.
„Spannend?“, murmelt es. „Das ist es. Diese ganze Zeit ist spannend. Meine Zeit. Die Zeit der Engel.“
© Elke Bräunling

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Kurzfassung
Zeit der Engel
Kurze Fassung in einfacher Sprache
Es ist spät am Abend.
Die Stadt ist still, die Kinder schlafen.
Nur die Straßenlaternen leuchten noch.
Auf einer Laterne sitzt ein kleines Engelchen.
Es baumelt mit den Füßen und freut sich, denn die Nacht vor Mitternacht im Advent ist seine Zeit.
Dann bringt es den Kindern schöne Träume.
So auch heute.
Plötzlich nun hört das Engelchen eine Kinderstimme.
Es erschrickt, denn eigentlich schlafen doch alle.
Aber das Kind spricht im Traum.
Es erzählt, dass es von einem Engel träumt, der auf einer Laterne sitzt und sich freut. Genau so wie das Engelchen dort oben.
Das Engelchen weiß nicht, ob es Wirklichkeit ist oder Traum.
Das Kind aber lacht und fragt freundlich:
„Bist du ein Engel? Ich hatte heute im Adventskalender einen kleinen Engel. Der sah so aus wie du!“
Das Engelchen stottert ein wenig vor Überraschung.
Dann sagt das Kind:
„Jetzt muss ich weiterschlafen. Vielleicht träume ich heute Nacht von einem Stern.
Gute Nacht, kleiner Engel.“
Das Engelchen lächelt, als es hört, wie das Fenster über ihm leise geschlossen wird.
„Ja“, flüstert es.
„Das ist wirklich meine Zeit.
Die spannende, stille Zeit der Engel.“
© Elke Bräunling
Fragerunde zur Geschichte
1 Warum liebt das Engelchen die Zeit kurz vor Mitternacht?
2 Was ist seine Aufgabe in der Adventszeit?
3 Warum erschrickt das Engelchen zuerst?
4 Wie kann das Kind mitten in der Nacht sprechen, obwohl es schläft?
5 Warum ist das Gespräch zwischen Kind und Engelchen so besonders?
6 Was meint das Kind mit dem Engel aus dem Adventskalender?
7 Was wünscht sich das Kind für das nächste Türchen?
8 Was fühlt das Engelchen am Ende der Geschichte?
9 Was macht die Adventszeit für viele Menschen „engelhafter“?
10 Haben Sie selbst schon einmal einen Traum erlebt, der „wie ein Besuch“ war?

