Das ungesagte Wort

Das ungesagte Wort

Gedicht zur neuen Sprachlosigkeit

Titel + Illustration Leer stehende Bank mit einer alten Tageszeitung, im Hintergrund Städchen„Das Wort ist laut grad im Verzicht.“

Manche Worte begleiten uns lange. Sie drängen nach außen, möchten ausgesprochen werden und bleiben doch im Verborgenen. Dieses Gedicht erzählt von solchen Worten und von der Frage, was Freiheit bedeutet, wenn Schweigen leichter scheint als Reden.
Für Menschen, die über Sprache, Gedanken, Freiheit und die kleinen Konflikte des Alltags nachdenken möchten. Für stille Leser. Für alle, die schon einmal ein Wort zurückgehalten haben und sich gefragt haben, ob das richtig war.

 

Das ungesagte Wort

Tief in der Kehle sitzt das Wort,
das ungesagt an diesem Ort
verbleibt und drückt und leidig tickt
und überhaupt nur nervt und zickt,

weil es im Dunkeln schweigen muss.
Für jedes Wort heißt dies: Verdruss.
Probier’s mal aus und rede nicht
vom Wort, von dem man nicht mehr spricht,

weil’s unbequem, gefährlich und
verboten ist aus einem Grund,
den du nicht sagen darfst, wenn du
dein Leben leben willst in Ruh!

Doch Freiheit heißt auch: Kneife nicht!
Das Wort ist laut g’rad im Verzicht.
Du läufst ihm so nicht leicht davon.
Rufs laut hinaus!!! … Was macht das schon?

© Elke Bräunling

 

Dazu gibt es ganz neu ein Lied (fast wie ein Chanson) von Balz Burch

(Text Elke Bräunling/Musik Balz Burch)

 

Illustration Leer stehende Bank mit einer alten Tageszeitung, im Hintergrund Städchen

 

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