Walpurgisnacht

Walpurgisnacht

Gedicht zur Walpurgisnacht


Titel + Illustration Hexen tanzen ums Walpurgisfeuer auf dem Berge in der NachtWenn in lauer Frühlingsnacht der bleiche Mond am Himmel wacht …

Die Walpurgisnacht ist eine geheimnisvolle Frühlingsnacht vom 30. April auf den 1. Mai.
In alten Geschichten treffen sich in dieser Nacht Hexen zum Tanz auf Bergen und Wiesen. Dieses Gedicht nimmt dich mit in die besondere Stimmung der Walpurgisnacht mit leisen Geräuschen, Fantasie und einem kleinen Hauch von Grusel.

Wann ist Walpurgisnacht?
Die Walpurgisnacht wird jedes Jahr in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai gefeiert.

 

Inhalt:
Gedicht Walpurgisnacht |
Nachklang |
Mitmachideen |
Fantasiereise |
Weitere Hexengeschichten

 

Es gibt Nächte im Jahr, die sich ein bisschen anders anfühlen als andere.
Die Luft ist wärmer, der Wind flüstert leiser und alles ringsum fühlt sich irgendwie unheimlicher an. Irgendetwas ist wie verzaubert und es liegt etwas in der Luft, das kitzelt und kribbelt und das Herz ein wenig schneller schlagen lässt. Man meint, mehr und anders zu fühlen und zu hören als sonst. Ein Rascheln im Gebüsch. Ein fernes Lachen. Ein kaltes Streifen auf der Haut. Ein stummes Schaudern.
Das ist vielleicht alles nur Einbildung. Vielleicht aber auch nicht.
Die Walpurgisnacht ist eine dieser besonderen Nächte.
Schon in früheren Zeiten erzählten sich die Menschen Geschichten von Hexen, die durch die Lüfte sausen, von geheimen Treffen auf alten Bergen und von wilden Tänzen im flackernden Feuerschein. Und sie erzählen es noch heute so.
Ob all das auch wirklich geschieht? Wer weiß das schon.
Aber eines ist sicher:
Diese Nacht lädt dazu ein, die Fantasie ein wenig fliegen zu lassen wie in diesem Gedicht. Und vielleicht, ganz vielleicht, hörst du beim Lesen selbst ein leises Kichern im Wind, ein Rascheln, ein Knacken, ein sirrende Windbrise oder …?

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Walpurgisnacht

Wenn in lauer Frühlingsnacht
der bleiche Mond am Himmel wacht,
hörst du’s kichern,
tosen, brausen,
heulen, kreischen,
sirren, sausen
durch die Luft in finster Nacht.
Huahuhihi – Es ist Walpurgisnacht.

1. Schwefeldunst und Schierlingsdüfte.
Hexen jagen durch die Lüfte
auf dem Besen mit Geschrei
zum Hexentanz herbei.

2. Eulenruf und schwarze Katze.
Auf dem alten Hexenplatze
trifft sich hier in jedem Jahr
die ganze Hexenschar

3. Auf dem Berg in dunst’gem Feuer
zwischen altem Burggemäuer
lodern Flammen feurig grell,
und ringsum wird’s taghell.

4. Da! Mit schaurigem Geheule
schreit zum Auftakt einen Eule,
und ihr Ruf hallt durch die Nacht.
Herbei! `s ist Mitternacht.

5. Es beginnt ein laut’ Gestöhne,
Zittern, Stampfen und Gedröhne.
Hexen tanzen um die Glut
voll Jux und Übermut.

6. Und sie tanzen immer schneller,
ihr Geschrei wird grell und greller.
Eine Stimme meckernd lacht.
Es lockt die finstre Macht.

7. Ein feiner grauer Nebelschleier
sinkt hernieder auf die Feier.
Neun mal neun – jetzt ist’s genug
mit dem Hexenspuk.

8. Da erklingt mit einem Male
eine Glocke fern vom Tale.
Zischend gehen die Flammen aus.
Die Hexenspieler gehn nach Haus.

© Elke Bräunling

 

Nachklang

Und dann ist sie plötzlich wieder vorbei, diese geheimnisvolle Nacht.
Der Wind wird stiller, der Himmel heller, und mit dem ersten Morgengrauen verschwinden all die Schatten und Gestalten, die eben noch so lebendig und gruselig wirkten.
Was bleibt, ist ein leises Staunen und auch ein kleines Schmunzeln darüber, wie schnell sich unsere Fantasie von einer besonderen Stimmung in andere Welten entführen lässt.
Die Walpurgisnacht erinnert uns daran, wie schön es sein kann, sich für einen Moment in Geschichten und früherem Aberglaube zu verlieren. Es macht Spaß, sich ein bisschen zu gruseln, ein bisschen zu lachen und die Welt für eine Weile mal aufregend anders zu sehen – nicht nur in der Walpurgisnacht.
Und wenn du in Frühlingsnächten draußen stehst und in den Himmel schaust, dann horche doch einmal ein bisschen genauer. Vielleicht hörst du es ja doch. Ein verstohlenes Kichern oder ein leises „Huahuhihi“ im Wind.

💬 „Was ist die Walpurgisnacht?“

 

Illustration Hexen tanzen ums Walpurgisfeuer auf dem Berge in der Nacht

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Mach mit in der Welt der Walpurgisnacht

🎧 Lauschmoment – Geräusche der Walpurgisnacht
Schließe für einen Moment die Augen.
Was könntest du hören?
• ein fernes Kichern im Wind
• das Rufen einer Eule
• ein leises Knistern von Feuer
• das Sausen durch die Luft
• ein Flügelschlag, ganz nah
• ein kühles Sirren
• ein plötzlicher Windhauch
• ein Rascheln im Baum
Sprich diese Geräusche leise nach oder lass Kinder sie erfinden.
Das macht die Nacht lebendig, ganz ohne Angst.

🌿 Nachklang – Der Spuk ist vorbei
Nach dem Spuk wird es ringsum langsam still.
Der Wind legt sich. Das Feuer ist erloschen.
Die Schatten verschwinden mit dem ersten Licht des Morgens.
Was eben noch wild und laut war, wirkt plötzlich fast wie ein Traum.
Vielleicht bleibt nur ein leises Gefühl zurück.
Ein Kribbeln. Ein Staunen.
Und du fragst dich: War da wirklich etwas?
Oder hat nur die Fantasie mit mir getanzt?

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🌬️ Mini-Fantasiereise – Ein leiser Blick in die Nacht
Setz dich bequem hin.
Stell dir vor, du stehst auf einer Wiese in einer warmen Frühlingsnacht.
Der Himmel ist dunkel, aber klar.
Der Mond leuchtet hell.
Ein Windhauch streift dich.
Du schaust hinauf.
Vielleicht siehst du nur Wolken.
Vielleicht aber auch etwas anderes …
Ein Schatten huscht vorbei.
Ein leises Kichern klingt durch die Luft.
Du bleibst ruhig stehen.
Nur ein Beobachter bist du.
Nichts weiter.
Langsam atmest du ein …
und wieder aus.
Ein und aus.
Und mit jedem Atemzug wird alles stiller ringsum.
Die Nacht wird ruhiger.
Der Wind legt sich.
Der Morgen kommt.
Und du stehst einfach da, ganz ruhig, ganz sicher.

 

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