Früher war alles besser. Auch Weihnachten

Früher war alles besser. Auch Weihnachten

Adventsgeschichte

Titel + Illustration Ernster alter Mann in einer bunten belebten weihnachtlichen FußgängerzoneDie Weihnachtszeit ist nicht mehr das, was sie einmal war, oder?

„Manchmal geht im bunten Glitzer der leise Zauber verloren, den wir als Kinder ganz selbstverständlich spürten.“

Die Adventszeit hat sich verändert. Das spürt Opa Klug an diesem Wintertag ganz besonders. Zwischen Lichtern, Musik und Einkaufsstress sucht er vergeblich nach der Wärme von früher.
Diese stille Geschichte lädt Seniorinnen und Senioren dazu ein, Erinnerungen zu teilen: Wie war Weihnachten damals? Was macht für uns heute den Zauber aus? Ein kurzer, berührender Text, der Gesprächsanlässe schafft und an das erinnert, was wirklich zählt.
Mit Kurzfassung in einfacher Sprache und Fragerunde.

 

 

Früher war alles besser. Auch Weihnachten

„Früher“, sagte Opa Klug, „haben sich die Menschen mehr auf Weihnachten gefreut als heute. Hört ihr?“
Nein. Keiner hörte ihm zu. Seine „Früher-war-alles-besser“-Geschichten nervten. Und sie waren unbequem.
Opa Klug zuckte mit den Schultern.
„Na, dann eben nicht! Wer interessiert sich auch heute noch für alte Traditionen?“, brummte er. „Die echten, die wahren Traditionen! Gerade auch zur Weihnachtszeit.“
Er brummelte es nur leise, mehr zu sich selbst. Dann zog er seinen Mantel an, setzte sich den ausgebleichten Schlapphut auf und spazierte in die Stadt.
Viel war los an diesem Nachmittag kurz vor Weihnachten. Und es war laut.
Langsam schlenderte Opa Klug an den Schaufenstern der Kaufhäuser und Läden vorbei. Sie waren mit Lichtern, Tannen und Glitzerglimmer hell und bunt und sehr weihnachtlich geschmückt. Aus dem Supermarkt erklang Musik. ‚Leise rieselt der Schnee‘ und ‚Stille Nacht, heilige Nacht.‘
„Schön!“, freute sich Opa Klug. „Es klingt nach Weihnachten. Der Schnee rieselt leise und still ist die Nacht.“
Er blieb vor einem Schaufenster stehen, starrte auf die bunten Päckchen, die wie blinkende Laternenlichter leuchteten, und lauschte eine Weile der Musik. Fast fühlte er sich besser, weihnachtlicher. Er summte die Melodien der bekannten, alten Lieder und lächelte den Leuten zu. Die aber lächelten nicht zurück; einige schubsten ihn zur Seite, weil er im Weg stand. Von Vorfreude, Besinnlichkeit oder gar Weihnachtsfriede sah er nichts in den müden Gesichtern der Menschen. Bepackt mit Tüten und Paketen eilten sie an ihm vorbei.
Da hatte Opa Klug auch keine Lust mehr zum Liedersummen. Er trottete weiter. Überall drängelten sich die Leute, in den Straßen stauten sich Autos, aus den Geschäften plärrten Weihnachtslieder und vor manchen Häusern sangen Straßenmusikanten. Und niemand schien sich zu freuen.
„Habe ich es nicht gesagt?“, brummte er. „Früher war…“
Er beendete seinen Satz nicht, denn nun fühlte er sich, irgendwie, auch genervt.

© Elke Bräunling

Illustration Ernster alter Mann in einer bunten belebten weihnachtlichen Fußgängerzone

 

 

 

 

 

 

 

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Kurzfassung

Früher war alles besser

Kurze Fassung in einfacher Sprache

Opa Klug ist überzeugt: „Früher war alles besser. Auch Weihnachten.“
Aber niemand möchte seine Geschichten hören. Alle rollen innerlich mit den Augen, also zieht er alleine los.
In der Stadt herrscht viel Trubel: Helle Lichter, geschmückte Schaufenster, Musik aus den Geschäften, Weihnachtslieder im Supermarkt.
Opa Klug freut sich erst, denn die Lieder erinnern ihn an früher.
Doch die Menschen wirken gestresst. Niemand lächelt ihn an, manche rempeln ihn sogar zur Seite, weil sie es eilig haben.
Alle hasten vorbei, mit Taschen voller Geschenke, aber ohne Freude.
Opa Klug summt die Lieder nicht mehr.
Er fühlt sich plötzlich genauso genervt wie die anderen.
Und wieder denkt er:
„Früher war Weihnachten anders. Ruhiger. Warmer. Schöner.“

© Elke Bräunling

Fragerunde zur Geschichte

1. Warum hört niemand Opa Klug gerne zu?
2. Was vermisst Opa Klug an Weihnachten von früher?
3. Welche Stimmung herrscht in der Stadt und warum wirkt sie gar nicht weihnachtlich?
4. Was macht Opa Klug zuerst froh und was enttäuscht ihn dann?
5. Warum rempeln die Menschen ihn vermutlich an?
6. Wie fühlt sich Opa Klug am Ende und warum?
7. Kennen Sie das Gefühl, dass „alles früher schöner war“?
8. Was könnte Opa Klug helfen, wieder Freude in der Adventszeit zu finden?
9. Gibt es vielleicht auch heute noch kleine Momente, die an „früher“ erinnern?

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