Jung und süß und sommerfröhlich

Jung und süß und sommerfröhlich

Heitere Sommergeschichte für Senioren 


Titel + illustration Frau in Küche vor Pflaumen und Kuchenteig, Mann am Fenster fächelt Luft gegen Hitze, Hintergrund singende Leute auf der Straße„Manche Hitzetage können nervig sein …“

Diese heitere Sommergeschichte erzählt von einem heißen Nachmittag, reifen Pflaumen, einem alten Lied und zwei Menschen, die trotz Müdigkeit und Hitze den Humor nicht verlieren. Sie eignet sich besonders zum Vorlesen für Senioren an leichten Sommernachmittagen und lädt zu Erinnerungen an Sommerküchen, Obstkuchen, alte Lieder und kleine Glücksmomente ein.
Mit Arbeitsmodul.

 

 

Jung und süß und sommerfröhlich

„Oh, du lieber Augustin, Augustin, Augustin. Oh, du lieber Augustin, alles ist hin.“
Laut hallte das Lied durch den heißen, sonnigen Nachmittag. Es holperte zwischen den Hauswänden in der engen Gasse hin und her und tanzte mit den Schatten einen übermütigen Tanz.
„Oh, halte die Klappe! Was für ein Lärm an diesem heißen Tag! Und das auch noch zur Siestazeit! Eine Unverschämtheit ist das!“, schimpfte eine Frauenstimme.
Ein Fensterladen klappte laut zu und für einen Moment herrschte Stille. Dann hub es von neuem an:
„Oh, du lieber Augustin, Augustin, Augustin. Ohhh …!“
Elisabeth, die in der Küche saß und die Pflaumen, die sie am Morgen geerntet hatte, für einen Kuchen vorbereitete, summte mit. Ihr gefiel das Lied vom Augustin. Dabei war sein Text eher traurig, aber sie, Elisabeth, war es auch oft. Traurig.
Heute war auch wieder so ein Tag und sie konnte an dem herrlichen Wetter keine Freude empfinden. Die Hitze tat ihr nicht gut. Nicht mehr. Nur mit Mühe schleppte sie sich durch die Tage und am liebsten hielt sie sich im Haus auf. Sie, die früher nichts in der Stube halten konnte, wenn die Sonne vom Himmel lachte.
„Alles ist hin, Geld ist hin, Gut ist hin …“, sang sie leise.
„Na, meine Liebe, so schlimm ist es ja nun nicht!“
Albert war in die Küche gekommen. Nach dem Mittagessen legte er sich immer ein Stündchen aufs Ohr, aber heute war es ihm zu heiß.
„Ach!“, stöhnte Elisabeth. „Es ist nichts mehr, wie es war!“
Albert schob sich eine Pflaume in den Mund.
„Stimmt!“, sagte er. „Aber die Pflaumen sind so gut wie eh und je!“
Elisabeth nickte. „Da hast du recht. Sie sind noch jung in ihrem Leben, die Pflaumen, und weit entfernt von vielen kleinen Wehwechen und Hitzeproblemen.“
Albert lachte. „Jung und süß und sommerfröhlich, ja, das sind sie. Ihr Problem ist nur: sie werden nur selten alt.“
„Und wenn doch, dann sind es Dörrpflaumen!“
Elisabeth lachte nun auch laut auf. Albert schaffte es immer wieder, eine gute Stimmung zu erzeugen. Das war so und es würde so bleiben, ganz egal, wie alt sie waren.
„Oh, du lieber Augustin, Augustin, Augustin. Oh, du lieber Augustin, alles ist hin“, hallte das Lied von draußen wieder ins Zimmer herein.
„Noch lange nicht, lieber Augustin!“, kicherte Elisabeth. „Nichts ist ‚hin‘. Noch sehr lange nicht.“

© Elke Bräunling

💬 Welches alte Lied, welcher Kuchenduft oder welche Sommerfrucht erinnert Sie an frühere Sommertage?

illustration Frau in Küche vor Pflaumen und Kuchenteig, Mann am Fenster fächelt Luft gegen Hitze, Hintergrund singende Leute auf der Straße

 

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Die nachfolgenden Gedanken und Texte vertiefen die Geschichte und laden zum Erinnern, Nachdenken und Mitfühlen ein.

 

Jung und süß und sommerfröhlich – Einfache Fassung

Es ist ein sehr heißer Sommertag.
In der engen Gasse singt jemand laut ein altes Lied:
Oh, du lieber Augustin, Augustin, Augustin. Oh, du lieber Augustin, alles ist hin.“
Eine Frau ärgert sich über den Lärm. Sie schlägt den Fensterladen zu.
Elisabeth sitzt in der Küche. Sie bereitet Pflaumen für einen Kuchen vor.
Früher hat sie den Sommer sehr geliebt. Sie war gern draußen, wenn die Sonne schien.
Heute ist das anders. Die Hitze macht ihr zu schaffen.
Sie fühlt sich müde und schwer.
„Alles ist hin“, summt sie leise.
Da kommt Albert in die Küche. Er hört Elisabeth und lächelt.
„So schlimm ist es nicht“, sagt er.
Dann nimmt er eine Pflaume. „Die Pflaumen sind noch genauso gut wie früher.“
Elisabeth muss lächeln.
„Ja“, sagt sie. „Die Pflaumen sind jung und süß und sommerfröhlich.“
Albert lacht. „Nur alt werden sie selten.“
„Und wenn doch, dann werden es Dörrpflaumen“, sagt Elisabeth.
Nun lachen beide.
Draußen singt wieder jemand:
„Oh, du lieber Augustin, alles ist hin.“
Elisabeth hört zu. Dann sagt sie:
„Nein. Alles ist noch lange nicht hin.“
Und plötzlich fühlt sich der heiße Sommertag ein kleines bisschen leichter an.
© Elke Bräunling
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Jung und süß und sommerfröhlich – Sehr einfache Fassung

Es ist Sommer.
Es ist sehr heiß.
Elisabeth sitzt in der Küche.
Vor ihr liegen Pflaumen auf dem Tisch.
Sie will Kuchen backen.
Draußen singt jemand ein Lied.
„Alles ist hin“, heißt es in dem Lied.
Elisabeth ist müde.
Die Hitze tut ihr nicht gut.
Früher mochte sie den Sommer sehr.
Heute ist es schwerer.
Albert kommt in die Küche.
Er nimmt eine Pflaume.
„Die schmeckt gut“, sagt er.
Elisabeth lächelt.
Dann lachen beide.
Draußen singt das Lied weiter.
Elisabeth sagt:
„Nein. Nicht alles ist hin.“
Und das fühlt sich gut an.

Fragerunde zur Geschichte

🌞 Zum Verstehen
• Warum sitzt Elisabeth in der Küche?
• Was bereitet sie vor?
• Warum ist sie an diesem Tag traurig oder müde?
• Was sagt Albert über die Pflaumen?
• Warum lachen Elisabeth und Albert am Ende?

💭 Zum Nachdenken
• Warum verändert sich der Sommer im Alter?
• Kann man etwas schön finden und trotzdem darunter leiden?
• Warum hilft Humor manchmal besser als lange Erklärungen?
• Was bedeutet der Satz: „Noch lange nicht ist alles hin“?

🍑 Zum Erzählen
• Haben Sie früher Pflaumenkuchen gebacken?
• Gab es bei Ihnen einen Pflaumenbaum?
• Welche Sommerfrüchte mögen Sie besonders?
• Erinnern Sie sich an heiße Sommertage aus früherer Zeit?

🌿 Erinnerungsfragen
• Was haben Sie früher im Sommer gern gemacht?
• Wurde bei Hitze anders gekocht oder gegessen?
• Gab es eine kühle Küche, einen Keller oder einen schattigen Hof?
• Welche Lieder wurden im Sommer gesungen?

🌼 Abschlussfrage
Was ist für Sie heute noch eine schöne Seite des Sommers?

 

Fantasiereise: Ein kühler Sommermoment

Setzen Sie sich bequem hin.
Atmen Sie ruhig ein
und wieder aus.
Stellen Sie sich vor, es ist Sommer.
Draußen ist es warm.
Sehr warm.
Aber Sie sitzen an einem kühlen Platz.
Vielleicht in einer Küche.
Vielleicht am offenen Fenster.
Vielleicht im Schatten eines alten Baumes.
Vor Ihnen steht eine Schale mit Pflaumen.
Die Früchte sind dunkelblau und weich und reif.
Sie sehen frisch aus.
Sie nehmen eine Pflaume in die Hand.
Sie ist kühl und glatt.
Vielleicht erinnern Sie sich an einen Garten.
An einen Pflaumenbaum.
An einen Sommertag von früher.
Irgendwo singt jemand ein altes Lied.
Nicht perfekt, aber fröhlich.
Sie lächeln.
Der Sommer ist da.
Nicht laut und nicht anstrengend.
Es ist nur ein kleiner Moment.
Ein Duft von Kuchen liegt in der Luft.
Vielleicht Pflaumenkuchen.
Sie atmen ruhig ein und wieder aus.
Alles darf langsam sein.
Alles darf leicht sein.
Und wenn Sie mögen, öffnen Sie wieder die Augen.
Vielleicht bleibt ein kleines Sommergefühl zurück?

 

Sachtext: Die schönen Seiten des Sommers

Trotz aller Beschwerden hat der Sommer etwas, das viele Menschen lieben. Er bringt Fülle. Die Gärten tragen Früchte, die Märkte sind bunt, und selbst kleine Dinge wirken reicher als sonst.
Pflaumen, Kirschen, Beeren, Tomaten, Kräuter und Blumen erzählen vom Reifen und Wachsen. Sie erinnern daran, dass das Leben nicht nur aus Mühe besteht, sondern auch aus Geschmack, Duft und Farbe.
Gerade für ältere Menschen können solche Sinneseindrücke sehr wertvoll sein.
Ein Korb Pflaumen kann Erinnerungen wecken an Einmachgläser, Hefekuchen, Obstbäume, Wespen am Kaffeetisch, Kinderhände mit klebrigen Fingern oder an den ersten Biss in eine reife Frucht.
Auch die Wärme hat ihre guten Seiten, wenn sie nicht zu stark wird. Ein lauer Abend, ein Platz im Schatten, ein geöffnetes Fenster, ein Gespräch im Hof oder auf dem Balkon – all das kann sehr gut tun.
Der Sommer muss nicht laut sein. Er muss auch nicht perfekt sein. Manchmal reicht ein kleiner, freundlicher Augenblick. Ein Lied aus der Gasse wie hier in der Geschichte das Lied vom „Lieben Augustin“. Ein Lachen in der Küche oder eine Pflaume, die noch immer so schmeckt wie früher.
Man stellt fest, dass etwas erhalten bleibt, auch wenn manches schwerer geworden ist. Freude kann sich verändern. Sie wird vielleicht kleiner, stiller und bescheidener. Aber sie verschwindet nicht. Und manchmal sitzt sie mitten in der Küche, zwischen Pflaumen, Kuchenform und einem alten Lied.

 

Mitmachideen zur Geschichte

🍑 1. An Sommerfrüchte erinnern
Legen Sie Pflaumen, Aprikosen, Kirschen oder Beeren auf einen Teller.
Schauen Sie gemeinsam darauf.
Welche Frucht erinnert an früher?
Wurde daraus Kuchen, Marmelade oder Kompott gemacht?
Haben Sie als Kind Beeren frisch vom Strauch genascht?
Erinnern Sie sich daran, wie sie schmeckten?

🥧 2. Kuchen-Erinnerungen
„Welchen Sommerkuchen gab es früher bei Ihnen?“
„Wer hat gebacken?“
„Gab es Hefekuchen, Blechkuchen oder Obstkuchen?“
„Erinnern Sie sich an einem Sommernachmittag mit Kaffee und Kuchen? Vielleicht sogar im Garten?

🎶 3. Ein altes Lied
Sprechen oder summen Sie eine Zeile aus einem bekannten alten Lied.
Es muss nicht perfekt sein.
Oft genügt ein kleiner Anfang, und Erinnerungen kommen von selbst.

🌞 4. Sommer früher und heute
Sammeln Sie gemeinsam Unterschiede:
Was war früher schön am Sommer?
Was ist heute anstrengender?
Was ist trotzdem geblieben?

🪟 5. Der kühle Platz
Sprechen Sie über Orte, an denen man sich früher bei Hitze aufgehalten hat:
Keller, Küche, Hof, Gartenlaube, Schatten unter Bäumen.

😊 6. Ein Satz zum Mitnehmen
Jeder ergänzt den Satz:
„Noch lange nicht ist alles hin, weil …“
Das kann ernst, heiter oder ganz klein sein.

 

Sanfte Bewegungsimpulse für heiße Tage

An heißen Tagen soll Bewegung leicht bleiben. Dennoch ist sie wichtig für Körper und Seele.
Alles darf im Sitzen geschehen.
🍃 1. Luft zufächeln
Bewegen Sie beide Hände langsam vor dem Körper hin und her.
Als würden Sie sich etwas kühle Luft zufächeln.
🌿 2. Pflaumen pflücken
Heben Sie einen Arm langsam nach oben.
Greifen Sie eine gedachte Pflaume vom Baum.
Dann legen Sie sie behutsam in einen Korb.
Wechseln Sie die Seite.
🥧 3. Teig rühren
Bewegen Sie eine Hand langsam im Kreis.
Als würden Sie Kuchenteig rühren.
Dann mit der anderen Hand.
🎶 4. Im Rhythmus wiegen
Wiegen Sie sich leicht von rechts nach links.
Vielleicht zu einem alten Lied.
Ganz ruhig und ohne Anstrengung.
🌞 5. Ausruhen
Legen Sie die Hände auf den Bauch.
Atmen Sie ruhig ein und aus.
Spüren Sie nach.

 

Sachtext: Sommerhitze im Alter

Der Sommer kann wunderschön sein. Helles Licht, warme Abende, reife Früchte, offene Fenster und der Duft von Kuchen oder Blumen gehören für viele Menschen zu den schönsten Erinnerungen des Jahres.
Und doch nimmt man den Sommer im Laufe eines Lebens unterschiedlich wahr.
Was früher leicht war, kann später beschwerlich werden. Große Hitze macht müde. Der Kreislauf kann empfindlicher reagieren. Man bewegt sich langsamer, sucht häufiger den Schatten und merkt vielleicht, dass man nicht mehr so unbeschwert durch heiße Tage kommt wie früher.
Das kann traurig machen. Nicht nur wegen der Hitze selbst, sondern weil man spürt, dass sich etwas verändert hat. Der Körper setzt Grenzen. Dinge, die früher selbstverständlich waren, erfordern nun mehr Ruhe und Vorsicht.
Gerade ältere Menschen kennen dieses Gefühl gut. Sie erinnern sich an Sommer, in denen sie stundenlang draußen waren, im Garten arbeiteten, einkauften, Ausflüge machten oder mit Kindern unterwegs waren. Heute genügt manchmal schon ein heißer Nachmittag, um erschöpft zu sein.
Wichtig ist, diese Veränderung nicht kleinzureden. Hitze kann belasten. Es ist vernünftig, sich zu schonen, sehr viel mehr zu trinken als sonst, leichte Mahlzeiten zu wählen, Räume kühl zu halten und anstrengende Tätigkeiten auf den Morgen oder Abend zu verschieben.
Aber ebenso wichtig ist: Der Sommer ist deshalb nicht verloren.
Man kann ihn anders erleben. Leiser. Langsamer. Im Schatten. Am offenen Fenster. Mit einem Stück Obst, einem kühlen Getränk, einem kleinen Lied oder einer Erinnerung an frühere Sommer.
Manchmal liegt die Sommerfreude nicht mehr im großen Ausflug, sondern in einer Schale Pflaumen auf dem Küchentisch. In einem Kuchen, der nach Kindheit duftet. In einem Gespräch. In einem Lachen.
So wie bei Elisabeth und Albert.
Nicht alles ist wie früher.
Aber nicht alles ist hin, wenn es im Lied aus der Geschichte „Oh, du lieber Augustin“ auch so heißen mag.

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