Vom königlichen Monat August
Vom ‚königlichen’ Monat August
Ein heiteres Märchen über Eitelkeit, Sommer und den Lauf der Jahreszeiten
Der August genießt die Sonne, die Wärme und die Zeit der Ernte. Kein Wunder, dass er sich manchmal für den König des Sommers hält. Doch was sagen Juni, Juli und September dazu?
Ein heiteres Märchen für Erwachsene über Eitelkeit, Bescheidenheit und den Lauf der Jahreszeiten. Mit Kurzfassung in einfacher Sprache, Fragerunde und Mitmachidee.
Das Märchen vom ‚königlichen’ Monat August
„Mein! Mein! Das alles ist mein! Die Sonne. Die Wärme. Die Ernte. Der Sommer.“
Mit einer selbstherrlichen Geste winkte der August seinen Sommerkollegen Juni und Juli zu, doch es sah eher aus, als wolle er sie aus dem Reigen der Monate wegfegen.
„Ich! Ich bin der Sommer! Der wahre Sommer. Der echte!“, dröhnte er mit machtvoller Stimme so laut, dass sich keiner seinen Worten zu entziehen vermochte.
„Der König der Monate bin ich, der ich im Zeichen des Löwen, des Königs der Tiere, regiere.“
Er wandte sich den anderen Monaten zu. „Ich denke, ihr werdet keine Einwände haben, Kollegen!“
„Und ob!“, empörte sich der Juni, der wie in jedem Jahr seine Monatszeit allein mit redlicher Sommerarbeit verbracht hatte. „Ein eingebildeter, selbstsüchtiger Schnösel bist du. Ein Maulheld. Wie wäre es, wenn du endlich deine Augustpflichten wahrnehmen und dich um die Ernte, die Wiesen, Felder und Wälder, die Gärten und Parks, die Tiere und nicht zuletzt die Menschen kümmern würdest?“
Rasend vor Wut schritt er auf den August, diesen faulen Fatzke, die Fäuste zum Schlag erhoben, zu.
Gerade noch gelang es dem Juli, ihn zurückzuhalten.
„Lass ihn!“, näselte er. „Aufregung und Ärger machen müde, und ich bin es leid, mir jedes Jahr aufs Neue das Protzen des Herrn August anzuhören. Du weißt doch: Reden ist Silber, Schweigen Gold.“
„Gold, mit Verlaub, gebührt alleine mir. Ein König trägt Gold, eine Farbe, die nur ich in meinen prachtvollen, farbenfrohen Sonnenuntergängen an den Himmel zu malen vermag.“ Der August grinste und wandte sich an den Juni:
„Und du, Wertester, schweige! Wer, wenn nicht ich, sollte deinen läppischen Vorarbeiten den gewissen Glanz verleihen? Sprich!“ Er winkte ab. „Nein, besser du schweigst. Mit deinen Jammertiraden stiehlst du mir meine kostbare Zeit. Und jetzt muss ich los und auf der Erde nach dem Rechten sehen. Es ist die Zeit der Ernte und der Erntefeste, die die Menschen alleine mir zu Ehren zu feiern pflegen. Ich muss mich dort – natürlich – sehen lassen.“
Er grinste seinen Monatskollegen, die sichtlich um Fassung rangen, mit einer königlichen Geste zu und verschwand.
„Puh!“, entfuhr es schließlich dem September. „Begreift ihr nun, weshalb ich ganz gerne diesem eitlen Affen mit ersten Herbstnebeln und Kaltnächten ins selbstherrliche Handwerk pfusche?“
Die anderen Monate nickten stumm. Sie brauchten noch ein paar Tage, bis ihnen zu diesem Auftritt die passenden Worte einfielen. Es war wie jedes Jahr zu Beginn der Regentschaft des ‚königlichen‘ August.
© Elke Bräunling
💬 Welchem Monat würden Sie den Titel „König der Monate“ geben – und warum?
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Geschichten im AUGUST findest du hier:
🍎 Als die Augustfee die Äpfel küsste
🍅 Der Sommer sieht rot
🌼 Die bunten Farben des Sommertags
🌅 Morgengold
🌻 Das Abschiedslied der Sommerblumen
😊 Der Sommer tanzt zum letzten Mal
☀️ Ein ganz besonderer Sommer
🍰 Der Sommerkuchen
🍃 Das glückliche Blatt
🌿 Abschied im Kräuterbeet
🍂 Der Anfang von etwas Neuem
Diese Geschichte findest du in dem Buch:

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Vom „königlichen“ Monat August – Kurzfassung
Einfache Geschichte für Erwachsene über Eitelkeit, Bescheidenheit und den Sommer
Der Monat August hält sich für den wichtigsten Monat des Jahres.
„Ich bin der König des Sommers“, sagt er stolz. „Die Sonne, die Wärme und die Ernte gehören mir.“
Der Juni und der Juli ärgern sich über sein großes Mundwerk.
Sie erinnern den August daran, dass jeder Monat seinen Teil zum Sommer beiträgt.
Auch der September kennt den August gut und schüttelt nur lächelnd den Kopf.
Und er weiß, dass ein wenig Bescheidenheit ihm guttun würde.
So geht es jedes Jahr von Neuem.
Der August prahlt, die anderen Monate lächeln.
Am Ende sorgt der September mit den ersten kühlen Nächten dafür, dass auch der stolzeste Sommermonat einmal Platz machen muss.
© Elke Bräunling
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Gesprächs- und Erinnerungsfragen
• Welcher Monat ist Ihr Lieblingsmonat? Warum?
• Was mögen Sie besonders am August?
• Welche Arbeiten gehörten früher im August auf dem Land dazu?
• Erinnern Sie sich an Erntefeste oder Kirchweihfeste?
• Haben Sie als Kind bei der Ernte geholfen?
• Sind Sie schon einmal einem Menschen begegnet, der sich für besonders wichtig hielt?
• Warum fällt Bescheidenheit manchen Menschen schwer?
• Glauben Sie, dass jeder Mensch seine Stärken hat?
• Was gefällt Ihnen am beginnenden Herbst?
• Welche Farben verbinden Sie mit dem August?
• Welche Düfte erinnern Sie an diesen Monat?
• Ist der August für Sie eher ein fröhlicher oder ein ruhiger Monat?
🌻 Mitmachidee
Wer passt zu welchem Monat?
Jeder Teilnehmer sucht sich spontan einen Monat aus.
Dann erzählt er in einem oder zwei Sätzen:
• Wie würde dieser Monat aussehen?
• Wie würde er sprechen?
• Welche Eigenschaften hätte er?
Zum Beispiel:
• Der Januar ist ruhig und ernst.
• Der Mai lacht viel.
• Der Oktober erzählt gern Geschichten.
• Der Dezember bringt Gemütlichkeit mit.
Am Ende kann gemeinsam überlegt werden:
Welcher Monat passt eigentlich am besten zu Ihnen selbst?
Und warum passt dieser Monat gerade zu Ihnen?

