Opa Jessen und der erste Herbststurm
Opa Jessen und der erste Herbststurm
Heitere Herbstgeschichte für Senioren über Sturm und Kastanien
„Manche Erinnerungen brauchen eben jedes Jahr ein kleines Plopp.“
Der erste Herbststurm fegt ums Haus, der Regen prasselt und draußen macht es plötzlich überall „Plop-Plop“. Opa Jessen wird unruhig und will der Sache auf den Grund gehen. Eine heitere Herbstgeschichte für Senioren über Gewitter, fallende Kastanien und ein kleines Rätsel, das eigentlich gar keines ist.
Mit Kurzfassung in einfacher Sprache, Fragerunde und Mitmachideen.
Opa Jessen und der erste Herbststurm
Wild pfiff der Sturm ums Haus. Es war der erste Herbststurm dieses Jahres, der diesen Namen auch verdiente. Er kam plötzlich und Opa Jessen konnte am Abend gerade noch auf den letzten Drücker die Gartenmöbel und seine geliebten Topfhortensien, die Kräutertöpfe und seine Pfefferminzsammlung in Sicherheit bringen.
Ein heftiges Herbstgewitter brachte der Sturm mit.
Gebannt schaute Opa Jessen aus dem Fenster und beobachtete die Blitze. Voller Sorge betrachtete er auch die Bäume, die heftig durcheinander geschüttelt wurden und deren Kronen sich weit zur Seite bogen. Laut prasselte der Regen aufs Dach. Es war ein gleichmäßiges Prasseln, ergänzt von vielen lauten Plops hier und da und dort. Überall dieses ‚Plop-Plop‘. Was war das nur?
Opa Jessen merkte auf. Obwohl ihn Gewitter faszinierten, wurde es ihm, irgendwie, nun doch unheimlich. Es würde doch nichts passiert sein? Der kurze Regenschauer ließ schon nach. Nicht aber dieses ‚Plop-Plop‘!
Wieder fuhr eine Sturmböe in die Bäume der Allee, die den Hof zur Straße hin abgrenzte.
Opa Jessen stöhnte auf, raufte sich die Haare. Dieses ‚Plop-Plop‘ nervte. Irgendwie beunruhigend war es auch.
„Ich muss herausfinden, was da draußen los ist“, rief er und machte sich auf die Suche nach Stiefeln, Jacke und Mütze.
Oma Jessen kam aus der Küche. Sie zuckte bei jedem Donner zusammen. Gewitter mochte sie nicht und sie konnte es auch gar nicht verstehen, dass ihr Mann so fasziniert aus dem Fenster blickte.
„Hörst du diese seltsamen Plops?“, fragte Opa Jessen.
„Klar, die sind ja nicht zu überhören“, antwortete seine Frau gereizt. Sie erahnte bereits seine nächste Frage.
„Was kann das nur sein?“, fragte er da auch schon.
„Mensch, Jessen, das sind die Kastanien, wie in jedem Jahr!“
Oma nannte ihn immer beim Nachnamen, wenn sie ärgerlich war. Wie konnte dieser Mann nur jedes Jahr die gleiche Frage stellen und es dann bis zum nächsten Herbststurm wieder vergessen?
© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl

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Opa Jessen und der erste Herbststurm – Einfache Kurzfassung
Draußen stürmte es heftig.
Es war der erste große Herbststurm des Jahres.
Opa Jessen hatte gerade noch rechtzeitig die Gartenmöbel ins Haus gebracht.
Auch seine Hortensien, Kräuter und Pfefferminztöpfe standen nun sicher.
Dann begann ein Gewitter.
Der Regen prasselte auf das Dach.
Der Wind schüttelte die Bäume.
Opa Jessen stand am Fenster und schaute hinaus.
Plötzlich hörte er ein seltsames Geräusch.
Plop! Plop! Plop!
„Was ist denn da draußen los?“, fragte er sich.
Der Regen wurde schon schwächer. Aber das Ploppen hörte nicht auf.
Plop! Plop!
Opa Jessen wurde unruhig. „Ich muss nachsehen!“
Er suchte seine Stiefel, seine Jacke und seine Mütze.
Da kam Oma Jessen aus der Küche. Sie mochte Gewitter überhaupt nicht.
„Hörst du diese seltsamen Plops?“, fragte Opa Jessen.
„Natürlich höre ich sie.“
„Was kann das nur sein?“
Oma Jessen sah ihren Mann an.
„Mensch, Jessen! Das sind die Kastanien. Wie in jedem Jahr!“
Wenn Oma ihren Mann beim Nachnamen nannte, wusste er Bescheid.
Sie war ein bisschen ärgerlich.
Denn diese Frage stellte Opa Jessen fast in jedem Herbst.
Und im nächsten Jahr würde er sie wahrscheinlich wieder stellen.
© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl
Fragerunde – Herbststurm und Kastanien
Zur Geschichte
• Was brachte Opa Jessen vor dem Sturm in Sicherheit?
• Warum stand er am Fenster?
• Welches Geräusch machte ihn neugierig und schließlich unruhig?
• Was wollte er tun?
• Warum mochte Oma Jessen das Gewitter nicht?
• Was verursachte das „Plop-Plop“?
• Woran merkte Opa Jessen, dass seine Frau ein bisschen ärgerlich war?
Erinnerungen an Herbststürme
• Erinnern Sie sich an besonders heftige Herbststürme?
• Mochten Sie als Kind Gewitter oder hatten Sie Angst davor?
• Haben Sie gerne Blitze beobachtet?
• Musste vor einem Sturm draußen etwas in Sicherheit gebracht werden?
• Wie klang Regen auf dem Dach oder an den Fenstern?
• Gab es in Ihrer Nähe große Kastanienbäume?
• Haben Sie als Kind Kastanien gesammelt?
• Was wurde daraus gemacht?
Erinnerungsimpuls – Wenn die Kastanien fielen
Wenn im Herbst die Kastanien reif wurden, brauchte es manchmal nur einen kräftigen Windstoß.
Dann fielen sie aus den stacheligen Hüllen auf Wege, Straßen und Wiesen.
Plopp!
Für Kinder waren die glänzenden braunen Kastanien kleine Schätze. Man sammelte sie in Taschen und Körben, nahm sie mit nach Hause und bastelte daraus Figuren und Tiere. Manchmal wurden sie auch für Wildtiere gesammelt.
Vielleicht erinnern sich einige noch daran, wie schön sich eine ganz frische Kastanie anfühlte: glatt, kühl und glänzend.
Zum Erzählen:
Wo haben Sie früher Kastanien gesammelt? Gab es einen bestimmten Baum? Was haben Sie mit den Kastanien gemacht?
Mitmachidee – Was hören wir im Herbst?
Die Gruppe überlegt gemeinsam, wie der Herbst klingt:
Plopp – eine Kastanie fällt.
Raschel, raschel – jemand geht durch trockenes Laub.
Pitsch, patsch – Regen fällt in Pfützen.
Huuuuh – der Wind zieht ums Haus.
Prassel, prassel – Regen schlägt ans Fenster.
Knack – ein kleiner Zweig bricht.
Die Geräusche können gesprochen, mit Händen und Füßen nachgemacht oder mit einfachen Gegenständen erzeugt werden.
Und natürlich darf einer den Opa Jessen spielen:
„Was kann das nur sein?“
Darauf antworten alle:
„Mensch, Jessen! Das sind die Kastanien!“ 😂
Kleine Bewegungsrunde – Der Herbststurm kommt
Im Sitzen möglich:
• Der Wind beginnt: Hände langsam hin und her bewegen.
• Der Wind wird stärker: Arme etwas weiter schwingen.
• Die Bäume biegen sich: Oberkörper vorsichtig nach rechts und links neigen.
• Der Regen fällt: Mit den Fingerspitzen leicht auf die Oberschenkel trommeln.
• Das Gewitter kommt: Einmal kräftiger auf die Oberschenkel klopfen.
• Die Kastanien fallen: Mit beiden Händen einzelne „Plop“-Bewegungen nach unten machen.
• Der Sturm zieht weiter: Bewegungen immer langsamer werden lassen.
Und am Ende sitzen alle wieder still.
Bis irgendwo ein letztes:
Plopp!
kommt. 😄



Eine hübsche Geschichte.
Hilde
Dankeschön und Sonntagsgrüße
Ele & Regina
Gern