Opa Paulsen muss zum Tanzkurs
Opa Paulsen muss zum Tanzkurs
Geschichte für Senioren zum Schmunzeln
Oma Paulsen hat einen Tanzkurs für zwei gewonnen und freut sich riesig. Opa Paulsen dagegen sucht fieberhaft nach einer Ausrede. Eine heitere Geschichte für Senioren über Walzertakt, alte Knie und die Frage, ob man fürs Tanzen jemals zu alt ist. Mit einer Fassung in einfacher Sprache, Fragerunde und Mitmachideen.
Opa Paulsen muss zum Tanzkurs
„Tam tata, tam tata, tam tata, tam tata, taaaa. Und eins, zwei, drei im Walzertakt, so schweben wir, tamta, heut durch den Tag ganz frohgemut durch den Garten da. Tamta. Tam tata, tam tata, tam tata, tam tata, taaaa.“
Singend tänzelte Oma Paulsen über den Rasen zu den Kräuterbeeten hinüber. Sie war sehr gut gelaunt. Gestern nämlich hatte sie beim Sommerfest auf der Tombola einen Gutschein gewonnen. Einen Gutschein für einen Tanzschnupperkurs in der Tanzschule ‚Esperanzia’.
Es war ein Gutschein für zwei Personen. Tam tata!
Wie sehr hatte sich Oma Paulsen da gefreut! Und wie schmerzlich hatte Opa Paulsen im gleichen Augenblick die Augen verdreht und eine Grimasse gezogen. Er hasste das Tanzen und auf Festen hatte er immer eine Handvoll Ausreden parat, warum er gerade verhindert war, das Tanzbein zu schwingen. Er glaubte nämlich, nicht mehr tanzen zu können. Weil er nach einer Knieverletzung beim Fußballspiel vor mehr als 25 Jahren sein Bein schonen musste und weil er glaubte, es nicht mehr im Takt der Musik drehen zu können. Und, um ehrlich zu sein, weil ihm das mit dem Tanzen, dem Takt halten und dem Rhythmus schon immer irgendwie unheimlich gewesen war.
„Das ist wirklich ein feiner Gewinn“, sagte er nun und versuchte, die Worte sorgfältig zu wählen. Nur jetzt nichts Falsches sagen! „Wie schade ist es doch, dass ich diese elenden Knieprobleme habe und dich nicht begleiten kann. Aber du könntest meinen alten Freund Herbert fragen. Der ist ein hervorragender Tänzer. Er wird sicher gerne mit dir diese Tanzstunden besuchen und …“
„Herbert KANN tanzen!“, unterbrach Oma Paulsen ihren Mann. „Die Schonzeit ist vorbei. Du KANNST mit deinem ‚verletzten‘ Knie einen Garten umgraben, auf Bergwanderungen gehen, für den Marathonlauf trainieren, Crossrad fahren und Kegelpreise gewinnen. Also KANNST du auch einen Tanzkurs besuchen.“
Und sie betonte jenes „du KANNST“ so laut und deutlich, dass Opa Paulsen verdutzt schwieg. Diese Strenge war er von seiner Frau nicht gewohnt.
Auch Mara und Max sahen die Oma für einen Moment erstaunt an, dann mussten sie lachen.
„Hoho“, kicherte Mara. „Oma spricht ein Machtwort.“
Und Max murmelte „‚Geht nicht, gibt’s nicht‘. Das sagst du immer, wenn eine Sache schwierig ist oder doof. Sag, ist das mit der Tanzschule nun schwierig für dich oder doof.“

„Beides“, murmelte Opa Paulsen, der gar nicht zum Scherzen aufgelegt war. „Schwierig und doof.“
Da war er aber bei Oma Paulsen an der falschen Adresse.
„Doof?“, fragte sie und jetzt klang ihre Stimme gefährlich ruhig. „Ich habe einen Mann, der nicht tanzen will und ich fühle mich, als hätten wir hundert Jahre und mehr nicht mehr miteinander getanzt.“
„Hundert Jahre?“, brauste Opa Paulsen auf. „Für wie alt hältst du mich?“
„Uralt“, sagte Oma Paulsen. „Wenn es ums Tanzen geht.“
Uralt? Wer wollte schon uralt sein? Nicht Opa Paulsen!
„Na“, sagte er. „Du wirst dich bald sehr wundern.“
„Gerne“, antwortete Oma Paulsen. „In diesem Fall wundere ich mich gerne, ha, und wie ich mich freue!“
Und ehe Opa Paulsen dazu noch etwas sagen konnte, griff sie nach Blumenkorb und Schere und tänzelte wieder in den Garten hinaus. Singend.
„Tam tata, tam tata, tam tata, tam tata, taaaa. Und eins, zwei, drei im Walzertakt, so schweben wir, tamta, heut durch den Tag ganz frohgemut durch den Garten da. Tamta. Tam tata, tam tata, tam tata, tam tata, taaaa.“
© Elke Bräunling

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Opa Paulsen muss zum Tanzkurs – Kurze einfache Fassung
Oma Paulsen hat beim Sommerfest einen Gutschein gewonnen.
Für einen Tanzkurs. Für zwei Personen!
Oma freut sich sehr. Sie liebt das Tanzen.
Opa Paulsen freut sich weniger.
„Mein Knie!“, sagt er. „Ich kann doch nicht tanzen.“
Oma glaubt ihm kein Wort.
„Du kannst im Garten arbeiten, wandern und Rad fahren. Dann kannst du auch tanzen.“
Opa versucht es noch einmal.
„Aber dein Freund Herbert tanzt doch viel besser als ich.“
„Herbert soll nicht mit mir tanzen“, sagt Oma. „Ich möchte mit dir tanzen.“
Die Enkel Mara und Max müssen lachen.
„Geht nicht, gibt’s nicht“, erinnert Max seinen Opa.
Diesen Satz sagt Opa nämlich selbst sehr gerne.
Oma seufzt.
„Wir haben schon so lange nicht mehr miteinander getanzt. Bestimmt seit hundert Jahren.“
Da wird Opa munter.
„Hundert Jahre? Für wie alt hältst du mich denn?“
Oma lächelt.
„Uralt. Jedenfalls wenn es ums Tanzen geht.“
Das kann Opa Paulsen nicht auf sich sitzen lassen.
„Na, du wirst dich wundern!“
Oma strahlt.
Und schon tanzt sie fröhlich weiter durch den Garten.
Opa Paulsen ahnt: Um diesen Tanzkurs kommt er nicht herum.
© Elke Bräunling
Fragerunde – Tanzen, Musik und schöne Feste
• Haben Sie früher gerne getanzt?
• Welchen Tanz mochten Sie besonders gern?
• Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Tanzkurs?
• Gab es damals eine Tanzschule in Ihrer Nähe?
• Haben Sie Walzer, Foxtrott, Tango oder andere Tänze gelernt?
• Wer führte beim Tanzen – und klappte das immer?
• Erinnern Sie sich an Ihren ersten Tanzpartner oder Ihre erste Tanzpartnerin?
• Wo wurde früher getanzt: auf Festen, in Gaststätten, Tanzsälen oder Vereinsheimen?
• Gab es ein Kleid oder einen Anzug, den Sie besonders gerne zum Tanzen trugen?
• Welche Musik brachte Sie sofort auf die Tanzfläche?
• Gab es jemanden, mit dem Sie besonders gerne getanzt haben?
• Haben Sie auch einmal so getan, als könnten Sie wegen irgendeines „Leidens“ gerade leider nicht tanzen?
• Was meinen Sie: Wird Opa Paulsen beim Tanzkurs eine gute Figur machen?
Erinnerungsimpuls – Darf ich bitten?
„Darf ich bitten?“
Für viele Menschen gehören diese drei Worte zu den Erinnerungen an Tanzstunden, Feste und lange Abende mit Musik.
Vielleicht war man aufgeregt, wenn jemand zum Tanz aufforderte. Vielleicht hoffte man auf einen ganz bestimmten Menschen. Und vielleicht gab es auch jemanden, bei dessen Anblick man plötzlich dringend etwas trinken musste.
Wie war das früher bei Ihnen?
Erinnern Sie sich an einen besonderen Tanzabend?
An die Musik? An den Raum? An ein schönes Kleid oder einen schicken Anzug?
An den Menschen, mit dem Sie getanzt haben?
Vielleicht erinnern Sie sich sogar noch an das erste Lied, zu dem Sie mit einem besonders lieben Menschen getanzt haben.
Manche Melodien vergisst man ein Leben lang nicht.
Und manchmal genügt es, sie nach vielen Jahren wieder zu hören – und für einen Augenblick ist die alte Tanzfläche wieder da.
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Mitmachidee – Eins, zwei, drei im Walzertakt
Für ein wenig Walzer braucht man keine Tanzfläche.
Ein langsamer Walzer wird abgespielt. Wer möchte und sicher stehen kann, darf sich natürlich bewegen oder ein paar Tanzschritte versuchen.
Aber auch im Sitzen lässt sich der Dreivierteltakt mitmachen:
Eins – zwei – drei.
Eins – zwei – drei.
Mit den Füßen leicht den Takt tippen, mit den Händen auf die Oberschenkel klopfen oder die Arme sanft zur Musik bewegen.
Danach kann gemeinsam geraten werden:
Welcher Tanz könnte zu einem Musikstück gehören?
Walzer? Tango? Foxtrott? Polka?
Und vielleicht findet sich sogar ein Paar, das noch weiß, wie es geht.
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Mitmachidee – Opa Paulsens beste Ausreden
Gemeinsam werden möglichst originelle Ausreden erfunden:
„Meine Schuhe sind heute nicht im Takt.“
„Mein linkes Knie tanzt leider lieber Foxtrott.“
„Ich würde ja, aber die Musik ist mir zu schnell.“
„Ich muss leider auf die Handtasche aufpassen.“
Wer findet Opa Paulsens beste Ausrede?
Und danach die Gegenfrage:
Welche Ausrede würde Oma Paulsen garantiert nicht gelten lassen?
Das dürfte in einer Seniorengruppe ziemlich lustig werden.
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Ja, ja, die Männer und das Tanzen – das ist oftmals ein überaus schwieriges Kapitel. 😉
Da wäre ich bei „Opa Martin“ auch an der falschen Adresse. Früher habe ich mal gern getanzt, aber heute … lieber nicht mehr, bin aus der Übung mit meinem Tanzmuffel!
Schöne Geschichte, liebe Elke,
liebe Grüße
Regina
Irgendwie scheinen die Männer ein gemeinsames Gen zu haben, wenn es um das Tanzen geht sind sie jedenfalls alle gleich.
Ich habe die Geschichte genossen. Nur gut, dass die Oma es doch noch geschafft hat, ihn zu überreden.
LG
Astrid
Man müsste einfach mal ausbüchsen und alleine wieder die Bühne betreten, ganz ohne Muffeleien. Aber ehrlich, bei uns bin eher ich die Muffelige, was das Tanzen betrifft (Ausnahme Boogie Woogie und Rock ’n Roll), Tobetänze halt 😉
Lieber Gruß, auch dem Tanzmuffel
Ele
Ich glaube, das Tanzgen musste dem Fußballgen Platz machen. Wobei ich mir das sehr witzig vorstelle, wenn man hinter einem Fußball hertanzen müsste. Ob das einige Muffel bekehren würde?
Lieber Gruß
Ele